Im November geht das Gartenjahr zu Ende, aber einige Arbeiten sind jetzt noch fällig: Pflanzen vor Frost schützen, Beete abdecken, Wasserleitungen sichern. Wann genau, hängt von Region und Seehöhe ab – vom pannonischen Osten bis in alpine Lagen kommt der Frost unterschiedlich früh. Richten Sie sich nach Wetter und Boden, nicht nach dem Datum. Was im Oktober liegen geblieben ist, finden Sie im Gartenkalender Oktober.
Ziergarten
- Rosen anhäufeln: „Natur im Garten“ rät, im Herbst Erde etwa 20 Zentimeter hoch an die Basis des Rosenstocks zu häufeln. Das schützt die Veredelungsstelle und die untersten Knospen. Reisig darüber dient laut Biogärtner Karl Ploberger im ORF Salzburg vor allem als Schutz vor der Wintersonne, die die Triebe sonst zu früh weckt. Geschnitten wird erst im Frühjahr, wenn die Forsythien blühen.
- Stauden stehen lassen: In hohlen Stängeln abgeblühter Stauden überwintern laut „Natur im Garten“ Schwebfliegen, die Samenstände sind nach Ploberger Futter für Singvögel. Herbstlaub darf in Staudenbeeten und unter Sträuchern liegen bleiben; mehr dazu im Ratgeber Laub im Garten.
- Letzte Blumenzwiebeln setzen: Tulpen, Narzissen und Co. kommen in die Erde, solange der Boden nicht gefroren ist. Wie das geht, zeigt unsere Anleitung zum Pflanzen von Blumenzwiebeln.
- Dahlien ausgraben: Spätestens Mitte November müssen die Knollen laut „Natur im Garten“ aus dem Boden, auch wenn noch kein Frost war. Schritt für Schritt erklärt im Tipp Dahlien überwintern.
- Gehölze und Hecken pflanzen: Laut dem Blog von „Natur im Garten“ ist die beste Pflanzzeit Oktober und November, an frostfreien Tagen und solange der Boden nicht gefroren ist. Die Pflanzen wurzeln im feuchten Boden ein und brauchen ohne Laub deutlich weniger Wasser. Immergrüne setzen Sie laut der Gehölz-Broschüre von „Natur im Garten“ besser im September oder im Frühjahr.
Gemüsegarten und Hochbeet
- Wintergemüse ernten: Kohlsprossen werden laut „Natur im Garten“ von unten nach oben geerntet, Grünkohl kann bis zum Frühjahr stehen bleiben. Pastinaken, Schwarzwurzeln, späte Karotten und Winterrettiche bleiben mit einer dicken Laubschicht im Beet. Gefrorenes Gemüse ernten Sie erst, wenn es wieder aufgetaut ist.
- Bei Nässe abdecken: Viel Regen und häufiger Wechsel zwischen Frost und Tauwetter können bei Vogerlsalat und Winterspinat Fäulnis begünstigen. Dann hilft ein Vlies.
- Beete nicht nackt lassen: Eine Mulchschicht aus Laub, Stroh, Grasschnitt oder Häckselgut schützt laut „Natur im Garten“ Boden und Bodentiere und versorgt die Bodenorganismen mit Nahrung. Auf abgeernteten Beeten darf das Laub bis in den März liegen. Was speziell im Hochbeet zu tun ist, lesen Sie in der Anleitung Hochbeet winterfest machen.
Obst
- Obstbäume und Beerensträucher pflanzen: Der Herbst gilt laut einem Gartentipp im ORF Vorarlberg als beste Pflanzzeit, weil es kühler und feuchter ist und die Gehölze ihr Wachstum beendet haben. Jetzt gibt es auch wurzelnackte Bäume.
- Wühlmausschutz beim Pflanzen: Wo Wühlmäuse vorkommen, empfiehlt „Natur im Garten“, das Pflanzloch mit einem Gitter mit höchstens 13 Millimeter Maschenweite auszukleiden, das bis zum Stamm an die Oberfläche reicht.
- Stämme junger Bäume schützen: Ein heller Stammanstrich an frostfreien Tagen schützt laut „Natur im Garten“ besonders Jungbäume mit glatter Rinde vor Frostrissen.
Rasen
- Laub entfernen: Nasses Laub verklebt laut „Natur im Garten“ zu Platten und erstickt die Gräser. Nutzen Sie es lieber als Mulch auf den Beeten.
- Bei Frost nicht betreten: Gefrorene Gräser sind laut Karl Ploberger (ORF Radio Wien) spröde wie Glas und brechen.
Was im Herbst sonst noch für den Rasen zu tun ist, steht im Ratgeber Rasen im Herbst.
Balkon und Terrasse
- Letzte Kübelpflanzen einräumen: Kamelie, Granatapfel und Jasmin dürfen laut „Die Umweltberatung“ bis Ende November draußen bleiben, müssen aber hinein, bevor die Nächte unter minus 10 Grad fallen. Alles Weitere in der Anleitung Kübelpflanzen überwintern.
- Winterharte Pflanzen im Topf schützen: „Natur im Garten“ empfiehlt, Töpfe auf etwa 3 Zentimeter hohe Holzlatten oder Ziegel zu stellen (das schützt vor Staunässe, Frostschäden und Bodenkälte), sie mit Jute, Strohmatten oder Vlies einzuwickeln, die Erde mit Reisig und Laub abzudecken und die Töpfe nahe an die Hauswand zu rücken.
- An milden Tagen gießen: Ist die Erde trocken, sollten Topfpflanzen draußen bei milden Temperaturen Wasser bekommen, rät Gartenexperte Harald Rammel im ORF Vorarlberg.
- Winterquartier kontrollieren: Prüfen Sie eingeräumte Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge, bei Oleander laut „Natur im Garten“ besonders auf Spinnmilben. Gießen Sie wenig, aber lassen Sie den Ballen nicht ganz austrocknen.
Tiere im Garten
- Igel nicht stören: Laut Naturschutzbund beginnt der Winterschlaf zwischen Ende Oktober und Mitte November. Laub- und Reisighaufen bleiben bis zum Frühjahr unberührt. Wie Sie ein Quartier anlegen, zeigt der Tipp Laub- und Reisighaufen für Igel.
- Vögel richtig füttern: BirdLife Österreich rät, schon im Oktober zu beginnen und dann den ganzen Winter durchgehend zu füttern, damit sich die Vögel darauf verlassen können, und im Frühling langsam auslaufen zu lassen. Empfohlen werden Silofutterhäuser oder Futtersäulen, in denen die Vögel nicht im Futter sitzen. Das Futter darf nicht nass werden, verschimmeltes Futter ist giftig, Speisereste sind ungeeignet.
- Nistkästen jetzt in Ruhe lassen: Der Naturschutzbund empfiehlt die Reinigung im September oder im Februar und März. In der kalten Jahreszeit können geschützte Arten wie Fledermäuse, Haselmäuse oder Siebenschläfer darin wohnen. Wer im Herbst nicht dazugekommen ist, verschiebt die Reinigung deshalb auf den Spätwinter.
Geräte und Wasser
- Außenwasserhahn spätestens jetzt absperren: „Natur im Garten“ rät, ihn von innen abzudrehen, den Hahn zu öffnen und das Restwasser auslaufen zu lassen. Laut Wiener Wasser können Leitungen bersten, wenn es länger unter 0 Grad hat.
- Schlauch einwintern: Entleeren, aufrollen und samt Kupplungen frostfrei lagern.
- Werkzeug pflegen: Reinigen, entrosten, ölen, trocken lagern, Akkus ins Haus. Die einzelnen Schritte stehen im Tipp Gartengeräte einwintern.
Typische Probleme im November
Frost
Immergrüne brauchen auch im Winter Wasser, vor allem an sonnigen Tagen, wenn der Boden noch gefroren ist und nichts nachliefert. „Natur im Garten“ hält es dann für sinnvoll, sie zu gießen oder mit Vlies vor zu viel Sonne zu schützen. Junge Obstbäume schützt der Stammanstrich vor Frostrissen.
Nässe
Staunässe schadet Pflanzen im Topf, deshalb die Latten unter dem Kübel. Im Gemüsebeet hilft bei Dauerregen ein Vlies gegen Fäulnis, und Dahlienknollen setzt laut „Natur im Garten“ die feuchte Erde zu.
Schneedruck
Schwerer Schnee kann Äste brechen. Laut „Natur im Garten“ kann es ganze Sträucher retten, sie rechtzeitig kräftig abzuschütteln. Lange Rosentriebe binden Sie laut „Natur im Garten“ mit Jutebändern zusammen, damit Nassschnee sie nicht bricht. Ziergräser binden Sie ebenfalls zusammen, statt sie abzuschneiden: So leiten die Halme Niederschläge ab.
Wühlmäuse
Wühlmäuse nagen laut Katja Batakovic von „Natur im Garten“ im ORF Niederösterreich an Wurzeln von Stauden, Sträuchern, Gemüse und jungen Obstbäumen. Ihre Hügel sind unregelmäßig und enthalten Wurzelreste, Maulwurfshügel dagegen sind gleichmäßig kegelförmig. Einen geöffneten Gang verschließt die Wühlmaus rasch wieder, der Maulwurf lässt ihn tagelang offen. Er ist geschützt und darf nicht bekämpft werden. Vorbeugen lässt sich beim Pflanzen mit Drahtgittern und Drahtkörben.
Checkliste November
- Rosen etwa 20 Zentimeter hoch anhäufeln, mit Reisig abdecken.
- Abgeblühte Stauden und Ziergräser stehen lassen.
- Letzte Blumenzwiebeln setzen, solange der Boden offen ist.
- Dahlien spätestens Mitte November ausgraben.
- Gehölze, Hecken, Obstbäume und Beerensträucher an frostfreien Tagen pflanzen.
- Wintergemüse ernten, aber nicht im gefrorenen Zustand.
- Leere Beete mit Laub oder anderem Mulch abdecken.
- Laub vom Rasen holen, gefrorenen Rasen nicht betreten.
- Letzte Kübelpflanzen einräumen, winterharte Töpfe einpacken.
- Futterstelle sauber und trocken halten, Igelquartiere nicht stören.
- Außenwasserhahn absperren und entleeren, Schlauch frostfrei lagern.
- Nach Schneefall Sträucher abschütteln.
Was im Dezember ansteht, lesen Sie im Gartenkalender Dezember.