Dahlien überwintern: Wann und wie die Knollen aus der Erde kommen

Ausgegrabene Dahlienknollen mit gekürzten Stängeln und Etiketten in einer Holzkiste auf Sand, dahinter vom Frost geschwärztes Dahlienlaub

· Pflanzen & Blumen

Dahlien blühen bis in den Herbst, doch den Winter im Beet überstehen sie nicht. Wer seine Sorten im nächsten Jahr wieder sehen möchte, holt die Knollen rechtzeitig aus der Erde und lagert sie frostfrei. So gehen Sie vor.

Warum Dahlien aus der Erde müssen

Dahlien sind nicht winterhart. Die Österreichische Gartenbau-Gesellschaft zählt sie zu den Sommerblühern, die draußen nicht überwintern können; ihre Speicherorgane lassen sich aber drinnen über den Winter bringen und im Frühjahr wieder auspflanzen. „Natur im Garten“ verweist auf ihre mexikanische Herkunft.

Anders als Tulpen oder Narzissen, die Sie im Herbst setzen und die dann in der Erde bleiben, verbringen Dahlien den Winter also im Haus. Wie Frühjahrsblüher gesetzt werden, lesen Sie in unserer Anleitung zum Pflanzen von Blumenzwiebeln.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das Signal gibt der erste Frost: Laut „Natur im Garten“ frieren dann alle oberirdischen Triebe ab, färben sich schwarz und die Blätter hängen schlaff herunter. Bis etwa 20. Oktober reifen die Knollen noch aus; früher sollten Sie nur bei einem extrem frostigen Wintereinbruch graben. Spätestens Mitte November müssen sie aber auch ohne Frost aus dem Boden, weil ihnen die feuchte Erde sonst zusetzt.

Ein paar leichte Frostnächte schaden laut einem Gartentipp im ORF Vorarlberg nicht. Der Boden darf aber nicht bis in Knollentiefe durchfrieren.

Schritt für Schritt: So graben Sie Dahlien aus

  1. Zurückschneiden: Kürzen Sie die Stängel auf etwa eine Handbreit. Dieses Stück muss bleiben, denn laut „Natur im Garten“ kommen die neuen Triebe im Frühjahr aus dem Stängel, nicht direkt aus der Knolle.
  2. Beschriften: Haben Sie mehrere Sorten, versehen Sie jede Pflanze mit einem Etikett.
  3. Vorsichtig ausheben: Am besten mit der Grabgabel und an einem Tag, an dem die Erde möglichst trocken ist. Halten Sie etwa 20 Zentimeter Abstand zur Pflanze, damit die Knollen unverletzt bleiben.
  4. Erde dranlassen: „Natur im Garten“ rät, die Erde an den Dahlienknollen nicht zu entfernen.
  5. Abtrocknen lassen: Die Knollen trocknen einige Tage an einem frostfreien Ort ab, laut „Natur im Garten“ am besten kopfüber.
  6. Aussortieren: Beschädigte oder angefaulte Knollen kommen nicht ins Winterlager.

Richtig lagern

Die abgetrockneten Knollen kommen in Holzkisten mit Sand oder Sägespänen oder werden einzeln in Zeitungspapier eingeschlagen. Der Raum soll dunkel, trocken und frostfrei sein. Für die Temperatur nennt „Natur im Garten“ etwa 5 bis 7 °C, der ORF Vorarlberg 5 bis 10 °C. Geeignet sind laut ORF meist eine Garage oder ein trockener Kellerraum.

Im Winter kontrollieren

Sehen Sie regelmäßig nach Ihren Knollen. Weiche oder faulende Stellen sind ein Warnsignal; nehmen Sie solche Knollen heraus, damit sie gesunde nicht in Mitleidenschaft ziehen.

Ausblick aufs Frühjahr

Sie können die Knollen auch vortreiben, das schützt die jungen Triebe vor Schnecken. Laut einem Beitrag im „Natur im Garten“-Blog geht das ab März in Töpfen auf einer hellen Fensterbank, im Frühbeet oder Glashaus bei 8 bis 15 °C. Die Knollen liegen vorher ein, zwei Stunden im Wasser und werden mindestens 3 Zentimeter hoch mit Erde bedeckt. Verwenden Sie dafür am besten torffreie Erde: „Natur im Garten“ verweist darauf, dass für Torf Moore entwässert werden, die große Mengen Kohlenstoff speichern.

Ins Beet kommen Dahlien erst, wenn kein Frost mehr droht. Der ORF Vorarlberg nennt Ende April oder Anfang Mai, „Natur im Garten“ rät, die Eisheiligen im Mai abzuwarten.

Gladiolen und Canna

Auch Gladiolen und Indisches Blumenrohr (Canna) holt man laut „Natur im Garten“ vor dem ersten Bodenfrost aus der Erde. Die Österreichische Gartenbau-Gesellschaft empfiehlt, Gladiolen abgetrocknet in Papiersackerln oder Netzen trocken und kühl aufzuheben, Canna frostfrei in Kisten mit Sand. Wie Sie frostempfindliche Topfpflanzen durch den Winter bringen, lesen Sie in unserer Anleitung zum Überwintern von Kübelpflanzen.

Was jetzt zu tun ist

  • Jede Sorte mit einem Etikett versehen.
  • Nach dem ersten Frost, wenn das Laub schwarz wird, ausgraben, spätestens bis Mitte November.
  • Stängel handbreit stehen lassen, Knollen abtrocknen lassen.
  • Kisten mit Sand oder Zeitungspapier vorbereiten und einen dunklen, frostfreien Platz suchen.
  • Den Winter über regelmäßig auf Fäulnis prüfen.

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