· aktualisiert am · Pflanzen & Blumen
Wer im Frühling Tulpen, Narzissen und Krokusse im Garten sehen möchte, muss im Herbst vorarbeiten. Die Zwiebeln brauchen die kühle Jahreszeit, um Wurzeln zu bilden und ihre Blüte anzulegen. Diese Anleitung zeigt Ihnen, wann Sie pflanzen, wie tief die Zwiebeln in die Erde gehören und worauf Sie bei Boden, Wühlmäusen und Töpfen achten sollten. Sommerblüher wie Dahlien gehen übrigens den umgekehrten Weg: Ihre Knollen kommen im Herbst aus der Erde, wie unser Tipp Dahlien überwintern zeigt.
Wann ist die richtige Pflanzzeit?
Frühlingsblühende Zwiebeln werden im Herbst gesetzt. Die Landwirtschaftskammer Salzburg nennt als frühesten Zeitpunkt Ende August oder Anfang September; spätestens zum ersten Frost sollten die Zwiebeln in der Erde sein. Gartenfachleute im ORF Vorarlberg empfehlen für Tulpen und Narzissen die Monate September bis November, bevor der Boden gefriert. Auch die Wiener Stadtgärten legen in den Blumengärten Hirschstetten ihre Zwiebeln im Oktober oder November aus.
Innerhalb dieses Zeitraums haben die drei Arten unterschiedliche Vorlieben. Laut „Natur im Garten“ brauchen Krokusse etwa einen Monat bei durchschnittlich rund 10 °C, um sich zu verwurzeln, bevor der Boden friert. Sie gehören daher eher früh in die Erde. Narzissen bilden auch bei späterer Pflanzung noch Wurzeln, blühen aber im zweiten Frühling umso besser, je früher sie gesetzt wurden. Tulpen bilden ihre Wurzeln laut derselben Quelle je nach Art bei Temperaturen von 5 bis 10 °C. Ist der Boden beim Pflanzen schon kälter, wurzeln sie erst im Frühjahr, und die neue Zwiebel wird oft nicht mehr blühfähig. Auch Tulpen sollten Sie daher nicht bis zum letzten Moment aufschieben.
„Natur im Garten“ bringt es auf eine kurze Formel: sofort kaufen, sofort pflanzen. Wo der Boden früher gefriert, etwa in höheren Lagen, sollten Sie entsprechend früher setzen. Auch Knoblauch kommt im Herbst in die Erde; Zeitpunkt, Tiefe und Abstand stehen im Beitrag Knoblauch im Herbst stecken.
Standort und Boden vorbereiten
Blumenzwiebeln brauchen einen lockeren, durchlässigen Boden. Staunässe schadet den Zwiebeln, sie können faulen. Verdichtete Erde sollten Sie daher vor dem Pflanzen gründlich lockern und bei Bedarf Sand untermischen. Entfernen Sie dabei auch Unkraut und Wurzelreste.
Für Tulpen ist ein trockener Boden im Sommer besonders wichtig. Laut „Natur im Garten“ zerfallen Tulpenzwiebeln an zu feuchten Standorten häufig in kleine Nebenzwiebeln, die nicht mehr blühen.
Dünger ist beim Setzen in der Regel nicht nötig. Die Landwirtschaftskammer Salzburg weist darauf hin, dass die Zwiebel alle Nährstoffe für den Austrieb bereits gespeichert hat.
Wie tief und mit welchem Abstand?
Für die Pflanztiefe gibt es eine bewährte Faustregel: Die Zwiebel kommt etwa doppelt so tief in die Erde, wie sie hoch ist. „Natur im Garten“ formuliert es etwas weiter und empfiehlt ein Pflanzloch, das zwei- bis dreimal so tief ist, wie die Zwiebel dick ist. Eine Zwiebel mit 5 Zentimetern Höhe liegt nach dieser Regel also etwa 10 bis 15 Zentimeter tief. Kleine Zwiebeln wie Krokusse sollten laut „Natur im Garten“ mit mindestens 5 Zentimetern Erde bedeckt sein.
Beim Abstand nennt die Landwirtschaftskammer Salzburg als Faustregel etwa die dreifache Breite der Zwiebel. Wirkungsvoll sind Gruppen: Tulpen und Narzissen setzen Sie am besten zu dritt bis zu fünft, Krokusse dürfen dichter beieinanderstehen. Besonders natürlich wirkt es, wenn Sie die Zwiebeln locker auf die Fläche werfen und dort setzen, wo sie liegen bleiben. Abweichende Angaben auf der Verpackung haben Vorrang, weil sie sich auf die jeweilige Zwiebelgröße beziehen.
Schritt für Schritt: So pflanzen Sie Blumenzwiebeln
- Zwiebeln prüfen: Setzen Sie nur feste, unbeschädigte Zwiebeln. Weiche oder schimmelige Exemplare sortieren Sie aus.
- Boden lockern: Lockern Sie die Pflanzfläche, entfernen Sie Unkraut und mischen Sie in schwere, verdichtete Erde etwas Sand ein.
- Pflanzloch ausheben: Graben Sie für jede Zwiebel oder Gruppe ein Loch, etwa doppelt bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist.
- Bei Wühlmäusen vorbeugen: Legen Sie bei Bedarf einen engmaschigen Drahtkorb in das Loch und setzen Sie die Zwiebeln hinein.
- Zwiebel richtig herum einsetzen: Die Spitze zeigt nach oben, die breite, verhärtete Unterseite mit den Wurzelansätzen nach unten.
- Abstand einhalten: Planen Sie zwischen den Zwiebeln etwa die dreifache Zwiebelbreite ein.
- Erde auffüllen: Füllen Sie das Loch mit der ausgehobenen Erde und drücken Sie sie leicht an.
- Angießen: Gießen Sie die Fläche nach dem Pflanzen an. In trockenen Herbstwochen wässern Sie gelegentlich nach.
- Stelle markieren: Ein Stab oder Schild erinnert Sie daran, wo die Zwiebeln liegen, damit Sie sie bei späteren Gartenarbeiten nicht beschädigen.
Schutz vor Wühlmäusen
Wo Wühlmäuse im Garten unterwegs sind, lohnt sich ein Schutz für die Zwiebeln. Sowohl „Natur im Garten“ als auch die Landwirtschaftskammer Salzburg empfehlen dagegen Pflanzkörbe aus engmaschigem Draht, die mit den Zwiebeln eingegraben werden. Narzissen gelten laut „Natur im Garten“ als wühlmausfest, weil sie giftig sind. Wie Sie junge Obstbäume und Beerensträucher vor Wühlmäusen schützen, steht im Beitrag Obstbäume und Beerensträucher im Herbst pflanzen.
Blumenzwiebeln im Topf und auf dem Balkon
Auch auf Terrasse und Balkon gelingen Frühlingsblüher. Wichtig sind Gefäße mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser abfließen kann; die Zwiebeln dürfen nicht im Wasser stehen. Für die Pflanztiefe gilt dieselbe Faustregel wie im Beet. „Natur im Garten“ empfiehlt, die Töpfe in einem frostfreien Keller zu überwintern und ab März ins Freie zu stellen. Die Erde sollte in dieser Zeit nicht völlig austrocknen. Wie Sie andere Pflanzen in Töpfen und Kübeln durch den Winter bringen, erklärt unsere Anleitung Kübelpflanzen überwintern.
Wer mehrere Arten in einem Gefäß kombinieren möchte, kann sie in Schichten setzen. In einem Beispiel des ORF Salzburg liegen große Zwiebeln wie hohe Narzissen ganz unten, darüber Tulpen und ganz oben kleine Zwiebeln wie Krokusse. So blühen die Arten nacheinander. Der Topf hat dort mindestens 50 Zentimeter Durchmesser, die Erde wird mit Sand und Tongranulat durchlässig gemacht.
Frühe Nahrung für Bienen und Hummeln
Frühblüher sind nicht nur ein Blickfang. Laut „Natur im Garten“ werden Krokusse und andere frühe Zwiebelblumen gerne von früh fliegenden Honigbienen, Wildbienen und Hummeln angeflogen, die in dieser Jahreszeit auf Pollen und Nektar angewiesen sind. Ein paar Krokusse im Rasen oder am Beetrand sind daher auch ein Beitrag für Insekten.
Vorsicht: Narzissen und Tulpen sind giftig
Die Vergiftungsinformationszentrale führt Narzisse und Tulpe als giftige Gartenpflanzen. Werden kleine Mengen verschluckt, sind Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden möglich. Die Veterinärmedizinische Universität Wien warnt, dass Narzissenzwiebeln vor allem für Hunde gefährlich sind und auch das Blumenwasser von Narzissen giftig ist.
Lagern Sie Blumenzwiebeln deshalb außer Reichweite von Kindern und Haustieren und getrennt von Lebensmitteln. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist die Vergiftungsinformationszentrale rund um die Uhr unter 01 406 43 43 erreichbar. Bei Tieren wenden Sie sich sofort an eine Tierarztpraxis.
Nach der Blüte: Laub stehen lassen
Schneiden Sie nach der Blüte nur die welken Blüten ab. Das Laub bleibt stehen, bis es vollständig gelb oder braun ist, denn es versorgt die Zwiebel mit Energie für das nächste Jahr. Narzissen kommen auf diese Weise oft viele Jahre zuverlässig wieder. Edle Tulpen blühen laut einem Gartentipp des ORF Vorarlberg besser, wenn Sie die Zwiebeln ausgraben, über den Sommer trocken, dunkel und möglichst kühl lagern und im Herbst neu setzen. „Natur im Garten“ rät, in feuchten Gegenden damit zu beginnen, sobald die Blätter braun werden. Die Zwiebeln werden nur ausgeschüttelt, nicht gewaschen, und nicht luftdicht verpackt, damit sie nicht schimmeln.
Auf einen Blick
- Pflanzzeit: September bis November, auf jeden Fall vor dem ersten Bodenfrost; am besten bald nach dem Kauf, Krokusse und Narzissen eher früh.
- Boden: locker und durchlässig, ohne Staunässe; verdichtete Erde lockern, bei Bedarf Sand einmischen.
- Pflanztiefe (Faustregel): etwa doppelt bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist; kleine Zwiebeln mindestens 5 cm mit Erde bedecken.
- Abstand (Faustregel): etwa die dreifache Zwiebelbreite; Tulpen und Narzissen in Gruppen zu drei bis fünf, Krokusse dichter.
- Richtung: Spitze nach oben, Wurzelansatz nach unten.
- Pflege: angießen, beim Setzen nicht düngen, nach der Blüte das Laub einziehen lassen.
- Wühlmäuse: engmaschige Drahtkörbe verwenden.
- Sicherheit: Narzissen und Tulpen sind giftig; Zwiebeln von Kindern und Haustieren fernhalten. Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43.
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