Im Herbst suchen Igel einen sicheren Platz für den Winter. Wer jetzt in einer ruhigen Gartenecke Äste, Reisig und Laub aufschichtet, bietet ihnen ein Quartier – und verwertet nebenbei, was beim Herbstputz ohnehin anfällt.
Warum gerade jetzt
Laut Naturschutzbund Österreich beginnt der Winterschlaf der Igel zwischen Ende Oktober und Mitte November. „Natur im Garten“ gibt als Zeitraum Mitte November bis etwa Anfang April an. Bis dahin brauchen die Tiere ein Versteck: Die Stadt Wien nennt trockene, windgeschützte Laub- und Asthaufen, dazu dichte Hecken sowie Kompost- und Steinhaufen.
Der richtige Platz
„Natur im Garten“ empfiehlt einen ungestörten, geschützten Platz auf ebenem oder leicht abfallendem Gelände, am besten an eine Hecke angrenzend. Wählen Sie eine Ecke, die Sie bis zum Frühjahr weder betreten noch umgraben oder aufräumen müssen.
So bauen Sie den Haufen
Die Anleitung von „Natur im Garten“ lässt sich in fünf Schritten umsetzen:
- Untergrund: Den Boden mit Hackschnitzeln abdecken.
- Gerüst: Zwei etwa einen Meter lange, armdicke Äste oder Holzscheite im Abstand von rund 50 Zentimetern auflegen, darüber im rechten Winkel zwei weitere. Diese Lagen einige Male wiederholen, jeweils etwas nach innen versetzt, und die Öffnung oben mit kürzeren Ästen schließen.
- Verkleiden: Das Gerüst außen reichlich mit Reisig und feinem Astwerk bedecken.
- Laub aufhäufen: Darüber kommt eine dicke Laubschicht, nach dieser Quelle ruhig zehn gut gefüllte 100-Liter-Säcke oder mehr. Der Hohlraum innen bleibt leer, das Nest baut der Igel selbst.
- Sichern: Zum Schluss Reisig auflegen, damit der Wind das Laub nicht verweht.
Es geht auch einfacher: Der Naturschutzbund empfiehlt, zusammengerechtes Laub aufzuschichten und mit abgeschnittenem Reisig zu beschweren. Die Wärme der verrottenden Blätter hält laut Naturschutzbund außerdem Frost ab. Was Sie sonst mit dem Herbstlaub anfangen können, zeigt unser weiterführender Ratgeber Laub im Garten: liegen lassen, kompostieren, entsorgen.
Was Sie lassen sollten
- Den Haufen wieder abtragen: Der Naturschutzbund warnt, dass Tiere rasch in Haufen Unterschlupf suchen, die später entfernt werden sollen, und beim Wegräumen in Lebensgefahr geraten. Lassen Sie den Haufen deshalb bis ins Frühjahr in Ruhe.
- Laubsauger und Laubbläser: „Natur im Garten“ und der Naturschutzbund raten zum Verzicht, DIE UMWELTBERATUNG nennt den Rechen deutlich tierschonender. Mehr dazu in unserer Kaufberatung zu Laubsauger, Laubbläser und Rechen.
- Mähroboter in der Nacht: Laut „Natur im Garten“ werden vor allem Jungtiere beim Anfahren oder Überfahren verletzt. Der Naturschutzbund rät, Mähroboter nur bei Tag und unter Aufsicht laufen zu lassen.
- Netze und Schnüre liegen lassen: „Natur im Garten“ empfiehlt, sie nach Gebrauch wegzuräumen.
- Offene Schächte und Teiche: Lichtschächte und Kellerabgänge sollten entschärft, Gartenteiche abgesichert oder mit Ausstiegshilfen versehen werden („Natur im Garten“).
Einen Igel gefunden?
Igel sind Wildtiere. Laut Naturschutzbund dürfen sie nicht einfach aus der Natur entnommen werden, das ist Fachkundigen und spezialisierten Einrichtungen vorbehalten. Der Österreichische Tierschutzverein nennt Warnzeichen: Der Igel ist tagsüber unterwegs, wirkt abgemagert, ist verletzt, torkelt oder rollt sich nicht ein. Besonders gefährdet sind Jungtiere, die im Herbst weniger als 500 Gramm wiegen. Holen Sie in solchen Fällen Rat bei einer Igel- oder Wildtierstation, beim Tierschutzverein oder in einer Tierarztpraxis, bevor Sie selbst etwas unternehmen. Milch ist tabu, sie verursacht laut Tierschutzverein schweren Durchfall. Eine flache Schale mit frischem Wasser darf dagegen sein.
Was jetzt zu tun ist
- Eine ruhige, geschützte Ecke an der Hecke aussuchen, die bis zum Frühjahr ungestört bleibt.
- Äste, Reisig und Laub vom Herbstputz sammeln statt entsorgen.
- Den Haufen aufschichten, innen einen Hohlraum lassen und mit Reisig gegen Wind sichern.
- Rechen statt Laubsauger verwenden, den Mähroboter nur tagsüber unter Aufsicht.
- Netze wegräumen, Schächte und Teiche entschärfen, im Zaun einen Durchschlupf von mindestens 10 × 10 Zentimetern lassen („Natur im Garten“).
- Den Haufen bis ins Frühjahr nicht anrühren.
- Einen geschwächten Igel nicht einfach mitnehmen, sondern Rat holen.
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