Laubsauger, Laubbläser oder Rechen? Was zu welchem Garten passt

Laubrechen und Laubbesen auf einer Steinterrasse mit Herbstlaub

· Gartengeräte & Technik

Jeden Herbst stellt sich in vielen Gärten dieselbe Frage: Greifen Sie zum Rechen oder zu einem Gerät, das die Arbeit schneller erledigen soll? Die Antwort hängt weniger von der Technik ab als von Ihrem Garten – wie groß er ist, welche Flächen frei bleiben müssen, wie nah die Nachbarn wohnen und wie viel Laub Sie überhaupt wegbringen wollen. Dieser Beitrag stellt die gängigen Gerätearten vor, nennt ihre Stärken und Schwächen und zeigt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbelinks zu Amazon (Affiliate-Links). Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision; für Sie ändert sich der Preis nicht.

Zuerst die Frage: Wie viel Laub muss überhaupt weg?

Bevor Sie ein Gerät kaufen, lohnt ein Blick auf die einzelnen Flächen. Auf Wegen, Stufen, Terrassen und der Einfahrt wird nasses Laub rutschig, dort sollte es regelmäßig weg. Auch auf dem Rasen sollte eine dichte Laubschicht nicht den ganzen Winter liegen bleiben. Unter Sträuchern, Hecken und auf Staudenbeeten darf das Laub dagegen bleiben, wo es ist.

„Natur im Garten“ empfiehlt, gesundes Herbstlaub zum Mulchen im Gemüsebeet, unter Hecken und Sträuchern sowie auf Staudenbeeten zu nutzen oder daraus Laubkompost zu machen. Im Laub überwintern zudem zahlreiche Nützlinge. Wer so vorgeht, bewegt deutlich weniger Laub – und braucht oft kein großes Gerät. Ausführlich behandelt das unser Ratgeber Laub im Garten.

Rechen und Laubbesen

Wofür geeignet

Laubrechen mit breitem, federndem Zinkenfächer und Laubbesen sind die Grundausstattung für fast jeden Garten. Sie funktionieren auf Rasen, Wegen und zwischen Beeten, auf kleinen wie mittelgroßen Flächen und auch bei nassem, schwerem Laub.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: leise, ohne Strom, Akku oder Treibstoff, kaum Wartung, leicht zu verstauen. Sie bestimmen genau, wo Laub weggenommen wird und wo es liegen bleibt.
  • Schonend für Tiere: DIE UMWELTBERATUNG nennt den „guten, alten Rechen“ eine wesentlich tierschonendere Alternative zu Laubsaugern und Laubbläsern. Auch der Naturschutzbund Österreich rät, Rechen und Besen zu verwenden.
  • Nachteile: körperliche Arbeit, die bei großen Flächen Zeit und Kraft kostet. Auf Kies, zwischen Pflastersteinen und in Ecken ist der Rechen mühsamer.

Für wen

Für kleine und mittlere Gärten, Reihenhausgärten, naturnahe Gärten und überall dort, wo Nachbarn nah wohnen. Achten Sie auf einen Stiel, der zu Ihrer Körpergröße passt, damit Sie aufrecht arbeiten können; manche Rechen lassen sich in der Breite verstellen. Laubrechen bei Amazon ansehen

Akku-Laubbläser

Wofür geeignet

Ein Laubbläser bläst Laub zu einem Haufen zusammen, etwa von Wegen, Terrassen, Einfahrten oder Kiesflächen und zwischen Pflanzkübeln hervor. Er sammelt das Laub nicht ein: Den Haufen nehmen Sie anschließend mit Rechen, Greifer oder einem Sauger auf.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: kein Kabel, keine Abgase am Einsatzort, Sie kommen auch an entlegene Stellen des Grundstücks.
  • Akku-System: Wer bereits Akku-Geräte eines Herstellers besitzt, kann die Akkus häufig weiterverwenden. Akkus passen aber in der Regel nur innerhalb desselben Systems.
  • Laufzeit: Wie lange eine Akkuladung reicht, gibt der Hersteller an; bei großen Flächen brauchen Sie unter Umständen einen zweiten Akku.
  • Nachteile: Auch elektrisch betriebene Bläser sind laut. Das Land Salzburg nennt für Elektro-Laubbläser bis zu 110 dB(A) und vergleicht die Belastung mit Kreissägen. Laut demselben Infoblatt erreicht der Luftstrom von Laubbläsern bis zu 442 km/h und reißt Insekten und andere Bodenlebewesen vielfach tödlich mit.

Für wen

Für mittlere Gärten mit viel befestigter Fläche, in denen keine Steckdose in der Nähe ist. Für Beete, Hecken und Wiesenstücke ist ein Bläser nicht nötig – dort darf das Laub ohnehin liegen bleiben. Akku-Laubbläser bei Amazon ansehen

Elektrogeräte mit Kabel

Wofür geeignet

Kabelgebundene Laubbläser und kombinierte Saug-Blas-Geräte eignen sich für kleine bis mittlere Grundstücke, auf denen die Arbeitsflächen nicht weit von einer Außensteckdose entfernt liegen.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: keine Laufzeitgrenze durch einen Akku, kein Akku-System nötig, keine Abgase am Einsatzort.
  • Nachteile: Das Kabel begrenzt die Reichweite und kann zur Stolperfalle werden. Verwenden Sie nur Verlängerungskabel, die für den Einsatz im Freien geeignet sind. Beim Lärm gilt dasselbe wie bei Akku-Geräten.

Für wen

Für Gärten mit überschaubaren, befestigten Flächen nahe am Haus, wenn Sie kein Akku-System anschaffen wollen. Elektro-Laubbläser bei Amazon ansehen

Benzingeräte

Laubbläser mit Verbrennungsmotor sind für große Flächen ohne Stromanschluss gedacht und werden vor allem gewerblich eingesetzt. Für einen Hausgarten sind sie selten nötig. Das Land Salzburg nennt für Benzin-Laubbläser bis zu 120 dB(A) und weist darauf hin, dass besonders Geräte mit Zweitaktmotor neben Feinstaub auch große Mengen an Kohlenwasserstoffen ausstoßen, die zur Ozonbildung beitragen. Dazu kommen Wartung und Treibstoff. Wir raten Hausgartenbesitzern von dieser Geräteart ab.

Laubsauger mit Häcksler

Wofür geeignet

Laubsauger saugen das Laub ein, zerkleinern es mit einem Häckselwerk und sammeln es in einem Fangsack. Viele Geräte lassen sich zwischen Saugen und Blasen umschalten.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Aufnehmen und Zerkleinern in einem Arbeitsgang. Gehäckseltes Laub braucht weniger Platz im Kompost oder in der Biotonne.
  • Häcksel-Verhältnis: Hersteller geben an, auf welchen Bruchteil das Laubvolumen schrumpfen soll, meist in der Form „x:1“. Das ist eine Herstellerangabe; wie viel davon bei feuchtem oder grobem Laub erreicht wird, haben wir nicht geprüft.
  • Nachteile: Ein voller Fangsack wird schwer und muss oft geleert werden. Auch Sauger sind laut.
  • Naturschutz: Hier liegt der größte Einwand. Der Naturschutzbund Österreich warnt, dass Laubsauger Insekten und Kleintiere einsaugen und lebendig zerhäckseln können; als gefährdet nennt er unter anderem Igel, Vögel und Mäuse. Das Land Salzburg schreibt, dass insbesondere Laubsauger viele Bodenlebewesen vernichten, weil diese keine Möglichkeit zur Flucht haben.

Für wen

Wenn überhaupt, für Rasen und befestigte Flächen mit sehr viel Laub – nie in Beeten, unter Hecken oder in Laubhaufen, in denen Tiere überwintern könnten. Laubsauger mit Häcksler bei Amazon ansehen

Worauf beim Kauf achten

  • Gartengröße und Flächenart: Wie viel Fläche ist befestigt, wie viel Rasen, wie viel Beet? Je mehr Beet und Gehölz, desto eher genügt der Rechen.
  • Lärm: Für Laubbläser und Laubsammler gilt in Österreich eine Kennzeichnungspflicht für den garantierten Schallleistungspegel (Verordnung BGBl. II Nr. 249/2001, § 11), aber kein Grenzwert. Vergleichen Sie diese Angabe auf dem Gerät oder im Datenblatt – ein niedrigerer Wert bedeutet weniger Lärm.
  • Gewicht und Handhabung: Prüfen Sie das Gewicht laut Hersteller, bei Akku-Geräten einschließlich Akku. Ein Schultergurt und ein zweiter Griff entlasten Arme und Rücken, vor allem bei Saugern mit Fangsack.
  • Akku-System: Passt der Akku zu Geräten, die Sie schon besitzen? Sind Akku und Ladegerät im Lieferumfang enthalten oder separat zu kaufen? Welche Laufzeit nennt der Hersteller?
  • Regelbare Leistung: Mit einer Stufen- oder Drehzahlregelung setzen Sie nur so viel Luft ein, wie die Fläche braucht.
  • Fangsack: Volumen laut Hersteller, eine gut zu öffnende Entleerung und ob sich der Sack ohne Werkzeug abnehmen lässt.
  • Häcksel-Verhältnis: nur als Herstellerangabe verstehen und nicht als Messwert.
  • Kabelgeräte: Länge des Anschlusskabels und eine Zugentlastung, damit sich das Verlängerungskabel nicht löst.

Lärm, Ruhezeiten und Rücksicht

Eine bundesweit einheitliche Regel für Lärm durch Gartengeräte gibt es in Österreich nicht. Laut oesterreich.gv.at können Gemeinden dazu ortspolizeiliche Verordnungen erlassen, müssen es aber nicht. Daneben können Landesgesetze Bestimmungen gegen störenden Lärm enthalten, und Nachbarn können sich unter bestimmten Voraussetzungen privatrechtlich gegen übermäßigen Lärm wehren. Fragen Sie daher am Gemeindeamt nach, welche Zeiten bei Ihnen gelten, und lesen Sie bei einer Wohnanlage die Hausordnung. Zeitfenster, die im Internet kursieren, stammen oft aus Deutschland und gelten hier nicht.

Manche Orte gehen weiter: Nach der Steiermärkischen Luftreinhalteverordnung 2011 (§ 4c) ist der Betrieb von Laubbläsern, Laubsaugern und Kombigeräten im gesamten Stadtgebiet von Graz und Leibnitz ganzjährig verboten. Hauptgrund ist laut Land Steiermark die Staubaufwirbelung.

Unabhängig von Regeln hilft Rücksicht: Arbeiten Sie zügig und in kurzen Einsätzen, meiden Sie Mittagszeit, Abend und Wochenende und tragen Sie selbst einen Gehörschutz. Das Land Salzburg weist zudem darauf hin, dass ein Laubbläser Feinstaub und Keime aufwirbelt.

Kleintiere im Laub schützen

DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt, zusammengerechtes Laub und Heckenschnitt als lockeren Haufen in einer ruhigen Gartenecke liegen zu lassen: Igel und andere Kleintiere überwintern darin gerne. Eine Laubschicht unter Sträuchern schützt Bodenlebewesen vor Frost und bietet Marienkäfern und Spinnen ein Winterquartier. Solche Haufen sollten Sie im Winter nicht mehr umsetzen und nie mit einem Sauger bearbeiten. Wie Sie daraus gezielt ein Winterquartier bauen, zeigt unser Tipp Igel im Garten: Laub- und Reisighaufen anlegen.

Auf einen Blick

  • Kleiner Garten: Rechen und Besen reichen aus und sind die leiseste und tierschonendste Lösung.
  • Mittlerer Garten mit vielen Wegen und Terrassen: Rechen als Grundausstattung, für befestigte Flächen bei Bedarf ein Akku- oder Kabel-Laubbläser.
  • Großer Garten mit Bäumen: Laub unter Gehölzen und auf Beeten liegen lassen, nur Wege und Rasen räumen; ein Gerät kann dort Zeit sparen.
  • Benzingeräte: für Hausgärten kaum nötig, laut und mit Abgasen.
  • Laubsauger mit Häcksler: nur auf Rasen und befestigten Flächen, nie in Beeten, Hecken oder Laubhaufen.
  • Vor dem Kauf: bei der Gemeinde nach Ruhezeiten und möglichen Verboten fragen und den angegebenen Schallleistungspegel vergleichen.
Scroll to Top