Hochbeet winterfest machen: So kommt es gut durch den Winter

Hochbeet aus Holz mit Grünkohl und Wintersalat in Laubmulch, leichter Raureif

· aktualisiert am · Gemüse, Obst & Kräuter

Wenn im Herbst die letzten Paradeiser geerntet sind, beginnt für das Hochbeet eine wichtige Phase. Ein paar Handgriffe im Oktober und November schützen die Erde über den Winter, verlängern die Ernte und erleichtern den Start im Frühjahr. Diese Anleitung zeigt, was jetzt zu tun ist: vom Abernten über Wintergemüse, Gründüngung und Mulch bis zur Kontrolle von Holz und Wühlmausgitter.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Einen festen Kalendertag gibt es nicht. Entscheidend ist der erste Frost, und der kommt je nach Region und Seehöhe unterschiedlich früh. Behalten Sie deshalb ab dem Frühherbst den Wetterbericht im Blick. Als Faustregel gilt: Beginnen Sie mit den Herbstarbeiten, sobald die ersten kalten Nächte angekündigt sind, und schließen Sie sie ab, bevor der Boden dauerhaft gefriert.

Abernten: Was jetzt aus dem Beet muss

Frostempfindliches Fruchtgemüse verträgt keine Minusgrade. Die niederösterreichische Initiative „Natur im Garten“ rät: Wenn kalte Nächte angesagt sind, sollten Gurken, Zucchini, Kürbisse, Paprika und Paradeiser im Freiland unbedingt geerntet werden. Räumen Sie die abgeernteten Pflanzen anschließend ab, damit Platz für Wintergemüse, Gründüngung oder Mulch entsteht.

Was im Beet bleiben darf

Wurzelgemüse wie Rote Rüben, Karotten, Rettiche, Pastinaken und Schwarzwurzeln vertragen laut „Natur im Garten“ die ersten Fröste ohne Probleme. Pastinaken, Schwarzwurzeln, späte Karotten und Winterrettiche gelten als winterhart: Sie können im Beet bleiben, wenn Sie eine dicke Mulchschicht aus Laub dazwischen ausbreiten, und werden nach Bedarf geerntet. Auch Grünkohl darf bis zum Frühjahr stehen bleiben. Kohlsprossen ernten Sie ab dem Spätherbst von unten nach oben, weil die Röschen in dieser Reihenfolge reifen. Wie Sie Karotten, Rote Rüben und Sellerie ernten und frostfrei einlagern, beschreibt der Beitrag Wurzelgemüse lagern.

Ein wichtiger Hinweis aus derselben Quelle: Gefrorene Pflanzen sollten Sie nicht berühren. Warten Sie mit der Ernte, bis sie wieder aufgetaut sind, etwa im Laufe eines sonnigen Tages, sonst wird das Gewebe matschig.

Wintergemüse: das Hochbeet weiter nutzen

Ein Hochbeet muss im Winter nicht leer stehen. „Natur im Garten“ nennt unter anderem Vogerlsalat, Winterspinat, Asia-Salate, Winterportulak und Barbarakraut als Gemüse für die kalte Jahreszeit. Für Vogerlsalat gibt die Initiative an, dass winterharte Sorten Temperaturen bis minus 15 Grad überstehen. Winterspinat wird laut derselben Quelle von Ende September bis Mitte Oktober gesät. Wer jetzt noch säen möchte, hat also nur ein knappes Zeitfenster. Was die Quellen zu Pflanzzeit, Frost und Ernte von Vogerlsalat schreiben, steht im Beitrag Vogerlsalat im Winter.

Zu schaffen machen dem Wintergemüse vor allem nasse, wechselhafte Phasen: Viel Niederschlag und ein häufiger Wechsel zwischen Frost und Plusgraden können laut „Natur im Garten“ Fäulnis begünstigen. Dann ist es sinnvoll, das Beet mit einem Vlies abzudecken. Aufsätze für das Hochbeet erweitern die Anbaumöglichkeiten zusätzlich.

Gründüngung: eine grüne Decke für den Winter

Bleibt das Hochbeet über den Winter ungenutzt, schützt eine Gründüngung die Erde vor dem Auswaschen von Nährstoffen und vor Verschlämmung und schont das Bodenleben. „Natur im Garten“ empfiehlt, sie gleich nach der Gemüseernte auszusäen. Im Oktober kommen allerdings nur noch wenige Arten in Frage, denn die meisten brauchen eine frühere Aussaat:

  • Winterroggen: laut „Natur im Garten“ von September bis Anfang Oktober zu säen, winterhart, bildet viel Wurzelmasse und hinterlässt einen feinkrümeligen Boden.
  • Spinat: als Gründüngung bis Oktober möglich und zugleich beerntbar, aber nicht winterhart.
  • Phacelia: schnellwachsend und eine Bienenweide, aber nur bis Anfang September zu säen. Sie friert im Winter ab.

Bei Senf, Ölrettich und Raps ist im Gemüsehochbeet Vorsicht geboten. Sie zählen zu den Kreuzblütlern, also zur selben Pflanzenfamilie wie Kohl, Rettich und Radieschen. „Die Umweltberatung“ hält solche Gründüngungen deshalb für Gemüsebeete für weniger geeignet, und „Natur im Garten“ rät bei Gelbsenf und Ölrettich von einer Fruchtfolge mit Kohlgewächsen ab.

Abfrierende Arten bedecken den Boden im Winter als Mulchschicht und müssen im Frühjahr nicht umgebrochen werden. Winterharte Gründüngung wie Winterroggen mähen Sie im Frühjahr ab. Das Schnittgut können Sie kompostieren oder zerkleinert einarbeiten, dann aber nur oberflächlich, da es sonst im Boden faulen kann. Nach Angaben von „Natur im Garten“ sind eingearbeitete Reste nach etwa zwei bis drei Wochen verrottet. Danach kann gesät oder gepflanzt werden.

Mulchen und Abdecken

Wer weder Wintergemüse noch Gründüngung anbaut, sollte die Erde trotzdem nicht nackt in den Winter schicken. In der Hochbeet-Broschüre von „Natur im Garten“ wird empfohlen, im Herbst mit Laub zu mulchen. Auf abgeernteten Beeten darf die Laubschicht laut der Initiative ruhig dick sein und bis in den März liegen bleiben. Gemüse, das über den Winter im Beet bleibt, können Sie mit Reisig, Laub oder einem Vlies schützen. Wie Sie Herbstlaub sonst noch sinnvoll verwenden, lesen Sie im Ratgeber Laub im Garten.

Absacken: jetzt prüfen, im Frühjahr auffüllen

Die Füllung eines Hochbeets verrottet ständig. Laut „Natur im Garten“ sinkt sie dadurch um etwa zehn Zentimeter pro Jahr ab. Ausgeglichen wird das im Frühjahr mit einem Gemisch aus Gartenerde und Kompost. Die oberste Schicht aus Feinkompost und Erde muss nach Angaben der Initiative ohnehin jedes Jahr nachgefüllt werden.

Der Herbst ist ein guter Moment, um den Füllstand zu prüfen und das Material für das Frühjahr einzuplanen, etwa Kompost aus dem eigenen Garten. Nach sieben bis acht Jahren empfiehlt „Natur im Garten“, die Erde ganz zu entnehmen, auf anderen Beeten zu verteilen und das Hochbeet neu zu befüllen.

Holz und Wühlmausgitter kontrollieren

Bei Hochbeeten aus Holz lohnt sich im Herbst ein prüfender Rundgang. Achten Sie auf morsche Stellen, gelockerte Verbindungen und Seitenwände, die sich nach außen wölben. Bei Beeten ab einer Länge von etwa 1,7 Metern verhindern laut „Natur im Garten“ Gewindestangen oder zusätzliche Pflöcke, dass sich die Wände unter dem Druck der feuchten Erde durchbiegen.

Auf chemischen Holzschutz sollten Sie verzichten. Nach Angaben von „Natur im Garten“ ist er bei robusten Holzarten wie Lärche, Eiche oder Douglasie nicht notwendig, belastet die Umwelt und kann über die Erde ins Gemüse gelangen. Länger hält das Holz, wenn innen eine Noppenfolie angebracht ist und die Einfassung auf Steinplatten steht.

Wühlmäuse lieben Hochbeete. Schutz bietet ein feines Gitter, das am Boden und an den Seitenwänden bis etwa 15 Zentimeter Höhe ausgelegt und fixiert wird, und zwar vor dem Befüllen. Ein fehlendes oder beschädigtes Gitter lässt sich deshalb in der Regel nur beim Neubefüllen einbauen oder erneuern. Entdecken Sie Gänge im Beet oder angefressene Wurzeln, ist das ein Anlass, diesen Schritt einzuplanen.

Schritt für Schritt: So machen Sie Ihr Hochbeet winterfest

  1. Wetterbericht beobachten und frostempfindliches Gemüse vor der ersten kalten Nacht ernten.
  2. Abgeerntete Pflanzen abräumen, winterharte Wurzelgemüse, Grünkohl und Kohlsprossen stehen lassen.
  3. Freie Flächen nutzen: Wintergemüse wie Vogerlsalat oder Winterspinat säen oder eine passende Gründüngung ausbringen.
  4. Alle übrigen Flächen mit einer Schicht Laub bedecken.
  5. Bei häufigem Wechsel von Frost und Tauwetter sowie viel Regen das Wintergemüse mit Vlies abdecken.
  6. Füllhöhe prüfen und Erde und Kompost für das Auffüllen im Frühjahr einplanen.
  7. Holz, Verbindungen und Seitenwände kontrollieren und Spuren von Wühlmäusen notieren.

Auf einen Blick

  • Gurken, Zucchini, Kürbisse, Paprika und Paradeiser vor kalten Nächten ernten.
  • Wurzelgemüse verträgt die ersten Fröste, winterharte Arten bleiben mit Laubmulch im Beet.
  • Gefrorenes Gemüse erst nach dem Auftauen ernten.
  • Winterspinat bis Mitte Oktober säen, Winterroggen als Gründüngung bis Anfang Oktober.
  • Gründüngung aus Kreuzblütlern nicht in Beete mit Kohlgewächsen.
  • Nackte Erde über den Winter mit Laub mulchen.
  • Rund zehn Zentimeter Absacken pro Jahr im Frühjahr mit Erde und Kompost ausgleichen.
  • Kein chemischer Holzschutz, Wühlmausgitter nur beim Befüllen einbaubar.

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