Rasen im Herbst: Was im Oktober noch zu tun ist

Bereifter Rasen im Herbst mit Ahornblättern und einem Holzrechen am Rand

· aktualisiert am · Rasen & Boden

Im Oktober wächst der Rasen langsamer, die Nächte werden kühler und das erste Laub fällt. Gerade jetzt entscheidet sich, wie gut Ihr Rasen über den Winter kommt. Hier erfahren Sie, welche Arbeiten im Oktober noch sinnvoll sind, welche besser bis zum Frühjahr warten und worauf Sie bei Frost achten sollten.

Warum der Oktober für den Rasen wichtig ist

Rasengräser wachsen im Herbst weiter, nur deutlich gemächlicher als im Sommer. Gleichzeitig steigt die Belastung: Laub nimmt Licht weg, der Boden bleibt länger feucht, und in vielen Regionen Österreichs kommen die ersten Frostnächte. Laut GeoSphere Austria sind in einem durchschnittlichen Oktober unterhalb von 500 Metern Seehöhe etwa zwei Frosttage zu erwarten, zwischen 500 und 1000 Metern etwa vier und zwischen 1000 und 1500 Metern etwa acht. Wer in höheren Lagen gärtnert, sollte die Herbstarbeiten daher früher im Monat erledigen als im Flachland.

Mähen: seltener, aber nicht zu kurz

Solange der Rasen wächst, wird er auch im Oktober gemäht. Der Pflanzenexperte Karl Ploberger empfahl im ORF, den Mährhythmus ab Anfang Oktober auf etwa zwei Wochen zu verlängern. Mähen Sie nur, wenn das Gras trocken ist: Feuchtes, frisch geschnittenes Gras ist nach seiner Einschätzung anfälliger für Pilzkrankheiten.

Bei der Schnitthöhe gilt eine einfache Grundregel von „Natur im Garten“: Pro Schnitt sollte nur etwa ein Drittel der Halmlänge abgemäht werden. Als übliche Schnitthöhe im Hausgarten nennt die Organisation rund 4 Zentimeter, im Herbst darf es gerne etwas höher sein. Eine Gartenexpertin im ORF Vorarlberg rät, den letzten Schnitt des Jahres auf 5 bis 6 Zentimeter einzustellen, weil zu lange Halme im Winter plattgedrückt werden und Pilzschäden begünstigen. Ganz lang sollte der Rasen also nicht in den Winter gehen, ganz kurz aber auch nicht. Zeitpunkt und Schnitthöhe im Detail behandelt der Beitrag Letzter Rasenschnitt im Herbst.

Wann genau der letzte Schnitt fällig ist, hängt vom Wetter ab: Gemäht wird, solange der Rasen wächst. Das Schnittgut lässt sich dünn verteilt als Mulch auf Beeten verwenden; in dicker Schicht wird es matschig. Nach dem letzten Schnitt ist ein guter Zeitpunkt, das Werkzeug zu reinigen und zu verstauen: Gartengeräte einwintern.

Laub vom Rasen entfernen

Falllaub gehört nicht auf den Rasen. Bleibt es liegen, verklebt es bei Feuchtigkeit zu dichten Schichten, unter denen die licht- und lufthungrigen Gräser ersticken können. „Natur im Garten“ und „Die Umweltberatung“ empfehlen deshalb, das Laub von Rasenflächen zu entfernen und nicht über den Winter liegen zu lassen. Was Sie mit dem Laub anschließend anfangen können, lesen Sie im Ratgeber Laub im Garten.

  • Rechen statt Laubsauger: Laubsauger und Laubbläser sind laut „Die Umweltberatung“ für viele Kleintiere tödlich. Der Rechen ist die schonendere Wahl. Mehr dazu in unserer Kaufberatung zu Laubsauger, Laubbläser und Rechen.
  • Mit dem Rasenmäher aufsammeln: Leichtes, trockenes Laub können Sie mit einem Rasenmäher mit Fangkorb aufnehmen. Es wird dabei gleich zerkleinert und braucht weniger Platz.
  • Laub weiterverwenden: Unter Sträuchern, in Staudenbeeten oder auf dem Kompost ist Laub nützlich und bietet Tieren Unterschlupf im Winter.
  • Ausnahme Rosskastanie: Laub von Rosskastanien sollte entfernt werden, weil darin Puppen der Kastanienminiermotte überwintern können. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt die Entsorgung über den Hausmüll oder Großkompostierungsanlagen – also lieber in die Biotonne als auf den eigenen Kompost.

Herbstdüngung: kalibetont statt stickstoffreich

Der Rasen ist eine der wenigen Gartenpflanzen, die im Herbst noch gedüngt werden. Im Unterschied zum Frühjahr steht dabei nicht Stickstoff im Vordergrund, sondern Kalium. „Natur im Garten“ empfiehlt, Rasenflächen je nach Belastung zwei- bis dreimal im Jahr mit organischem Rasendünger zu versorgen: im April und Juni stickstoffbetont, im Herbst kalibetont. Kalium gilt als wichtig für die Widerstandskraft und die Frosthärte der Gräser.

Beim genauen Termin unterscheiden sich die Empfehlungen. Im Blog von „Natur im Garten“ ist von einer Winterdüngung mit Kalium Mitte Oktober die Rede, zu diesem späten Zeitpunkt ausdrücklich ohne Stickstoff. Eine ältere Fachbroschüre der Organisation nennt Ende Oktober als Termin. Für Ihren Garten heißt das: Planen Sie die Herbstdüngung für die zweite Oktoberhälfte ein, verwenden Sie einen kalibetonten Dünger und halten Sie sich an die Mengenangaben des Herstellers.

Kahle Stellen nachsäen: nur noch bei mildem Wetter

Der Herbst ist neben dem Frühjahr eine gute Zeit, um Lücken im Rasen zu schließen. Im Oktober wird das Zeitfenster allerdings knapp. „Natur im Garten“ nennt als gute Ansaatzeit Ende August bis Anfang Oktober. Voraussetzung sind stabile 8 Grad Bodentemperatur und ausreichende Bodenfeuchte. Ist der Oktober mild, können Sie kleine Stellen noch ausbessern. Fallen die Temperaturen früh, warten Sie besser bis zum Frühjahr.

  1. Die kahle Stelle von Moos, Filz und Wurzelresten befreien und den Boden leicht auflockern.
  2. Rasensaatgut gleichmäßig ausstreuen. „Natur im Garten“ nennt für Neuanlagen etwa 20 bis 25 Gramm pro Quadratmeter.
  3. Das Saatgut andrücken, etwa mit einem Brett oder mit den Füßen, damit es guten Bodenkontakt hat.
  4. In den ersten drei bis sechs Wochen auf gleichmäßige Feuchtigkeit achten. Die Keimlinge dürfen weder austrocknen noch im Wasser stehen.

Vertikutieren: lieber im Frühjahr

Beim Vertikutieren ritzen Messer die Grasnarbe an und entfernen Rasenfilz und Moos. „Natur im Garten“ empfiehlt diese Arbeit für das Frühjahr und höchstens einmal im Jahr, weil dabei auch die Wurzeln der Gräser geschädigt werden. Andere Fachleute halten das Vertikutieren im Herbst für möglich, wenn es im Frühjahr ausgefallen ist, dann aber bis spätestens Mitte Oktober und nur wenige Millimeter tief. Für die meisten Hausgärten ist es einfacher, Filz und Moos im Oktober nur auszurechen und das Vertikutieren auf das Frühjahr zu verschieben. Kalk sollten Sie übrigens nur nach einer Messung des pH-Werts ausbringen, nicht auf Verdacht.

Gießen bei trockenem Herbstwetter

Auch im Herbst kann es längere Zeit trocken bleiben. „Natur im Garten“ rät, in regenarmen Zeiten auch bei kühlem Wetter ein- bis dreimal pro Woche zu gießen, lieber seltener und dafür durchdringend, am besten am Morgen. Frisch nachgesäte Stellen brauchen besondere Aufmerksamkeit.

Bei Frost: Rasen nicht betreten

Nach einer Frostnacht ist der Rasen besonders empfindlich. Karl Ploberger beschreibt gefrorene Gräser als „wie Glas“: Sie brechen, wenn man darauf tritt. Warten Sie mit dem Mähen, Rechen oder Betreten, bis der Raureif aufgetaut ist.

Auf einen Blick

  • Nur bei trockenem Gras mähen, im Oktober etwa alle zwei Wochen, und pro Schnitt höchstens ein Drittel der Halmlänge kürzen.
  • Den letzten Schnitt nicht zu kurz ansetzen: im Herbst eher etwas über den üblichen rund 4 Zentimetern.
  • Laub mit dem Rechen vom Rasen entfernen und an anderer Stelle im Garten nutzen.
  • Im Herbst kalibetont und organisch düngen, spät im Jahr ohne Stickstoff.
  • Kahle Stellen nur bei mildem Wetter noch nachsäen, sonst im Frühjahr.
  • Vertikutieren möglichst auf das Frühjahr verschieben, Kalk nur nach pH-Messung.
  • Bei Trockenheit auch im Herbst gießen.
  • Gefrorenen Rasen nicht betreten.

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