Gartenarbeiten im Dezember: Was jetzt im Garten zu tun ist

Im Dezember ruht der Garten, ganz ohne Arbeit geht es aber auch jetzt nicht: Gehölze und Kübelpflanzen wollen kontrolliert werden, Vögel brauchen Futter und Wasser, und für das neue Gartenjahr lässt sich in Ruhe planen. Wann welche Arbeit sinnvoll ist, hängt von Region und Seehöhe ab; richten Sie sich nach Wetter und Boden, nicht nach dem Datum. Was im November noch zu erledigen war, finden Sie im Gartenkalender November.

Ziergarten

  • Barbarazweige schneiden: Laut „Natur im Garten“ werden sie „traditionell am 4. Dezember geschnitten und sollten zu Weihnachten blühen“. Geeignet sind Zweige von Kirsch- oder Apfelbäumen, Zierquitte, Haselnuss oder Forsythie, Voraussetzung ist ein vorheriger Kältereiz. Gab es noch keinen Frost, können laut „Natur im Garten“ einige Stunden in der Gefriertruhe dem Zweig einen Winter vortäuschen.
  • Christrose genießen: Manche Nieswurzen zeigen sich laut „Natur im Garten“ schon um die Weihnachtszeit und heißen deshalb Christrosen. Sie gedeihen am besten über Jahre möglichst ungestört im Halbschatten; der ORF Salzburg nennt lichten Schatten an einem windgeschützten Standort und kalkhaltigen, humosen Boden. Staunässe verträgt sie laut „Natur im Garten“ zu keiner Zeit. Pflanzen im Topf sollten vor dem Durchfrieren des Wurzelballens geschützt werden, etwa durch dickere oder isolierte Töpfe. Alles Weitere im Ratgeber Christrose pflanzen und pflegen.
  • Vorsicht, giftig: Laut ORF Salzburg weist schon der griechische Gattungsname darauf hin, „dass der Verzehr tödlich wirkt“. „Natur im Garten“ nennt Nieswurzen hochgiftig, rät zur Vorsicht mit Kindern und Haustieren und warnt, dass der Kontakt mit Schnittstellen zu Hautreizungen führen kann. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe und pflanzen Sie die Christrose dort, wo Kinder und Tiere nicht hinkommen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung erreichen Sie die Vergiftungsinformationszentrale rund um die Uhr unter 01 406 43 43.
  • Rosen kontrollieren: Wie Sie Rosen über den Winter bringen, steht im Ratgeber Rosen winterfest machen.

Gehölze im Winter

  • Schneelast abschütteln: Laut dem Blog von „Natur im Garten“ kann es ganze Sträucher retten, sie „zur rechten Zeit durch ein kräftiges Schütteln von der Schneelast zu befreien“.
  • Immergrüne nicht vergessen: Immergrüne brauchen laut „Natur im Garten“ auch im Winter Wasser, vor allem wenn die Sonne einen Tag lang scheint, während der Boden noch gefroren ist. An einem solchen Tag kann es laut „Natur im Garten“ sinnvoll sein, „immergrüne Sträucher zu gießen oder vorsorglich zum Schutz vor zu viel Sonne in Vlies einzuhüllen“. Der ORF Vorarlberg beobachtet an wintergrünen Pflanzen häufig Trockenschäden vom Blattrand her.
  • Mistel entfernen: Auf der Dezember-Seite von „Natur im Garten“ heißt es: „Das Ausschneiden betroffener Stellen im Spätwinter (einzelne auch vor Weihnachten) ist daher empfehlenswert.“ Es geht dort um Misteln, die Obstbäume schwächen.

Gemüsegarten

  • Schnee als Schutz: Laut „Natur im Garten“ isoliert der Schnee „und schützt das Gemüse vor Frost und vor allem vor starken Temperaturschwankungen“. Eine Abdeckung mit Vlies oder Reisig schützt auch in schneearmen Wintern und macht die Ernte bei Schneelage leichter.
  • Gefrorenes Gemüse behutsam ernten: Laut „Natur im Garten“ sollte durchgefrorenes Gemüse „besser nicht oder nur sehr behutsam geerntet werden“, weil leicht Druckstellen entstehen, die schnell faulen. Was im Hochbeet jetzt zu tun ist, steht im Ratgeber Hochbeet winterfest machen.

Balkon und Terrasse

  • Winterquartier kontrollieren: „Die Umweltberatung“ nennt als Winterquartier einen frostfreien, hellen und gut belüfteten Raum mit Temperaturen von optimal 3 bis 10 Grad. Im engen Winterquartier breiten sich Schädlinge und Krankheiten laut „Die Umweltberatung“ rasch aus. Auch „Natur im Garten“ empfiehlt, im Haus überwinternde Pflanzen regelmäßig auf Wasserbedarf und Schädlingsbefall zu kontrollieren. Grundlagen finden Sie in den Anleitungen Kübelpflanzen überwintern, Pelargonien überwintern und Kräuter überwintern.
  • Trauermücken: Laut „Natur im Garten“ brauchen deren Larven „eine konstant feuchte Erde“; die Seite rät, „nur von unten zu gießen und die Erde trocken zu halten“. Gegen die fliegenden Tiere helfen „Gelbtafeln, an denen sie kleben bleiben“.

Tiere im Garten

  • Vögel füttern: BirdLife Österreich rät, im Lauf des Oktobers zu beginnen und dann den ganzen Winter hindurch zu füttern. Für Körnerfutter empfiehlt BirdLife Silofutterhäuser oder Futtersäulen. Das Futter darf nicht nass werden, verschimmeltes Futter ist für Vögel giftig, Speisereste sind ungeeignet. Die Landwirtschaftskammer Salzburg nennt Sauberkeit am Futterplatz „enorm wichtig“. Mehr zu Futterarten und Standort im Ratgeber Vögel im Winter füttern.
  • Wasser anbieten: Laut BirdLife Österreich brauchen im Winter insbesondere Körnerfresser regelmäßig Wasser, weil sie über Körnernahrung kaum Flüssigkeit aufnehmen. BirdLife empfiehlt, das Gefäß mit höchstens 10 Zentimetern Wasser zu füllen, damit die Tiere nicht ertrinken, und das Wasser täglich zu wechseln. „Natur im Garten“ nennt einen Tischtennisball in der Schale als Mittel, das Gefrieren des Wassers zu verzögern.
  • Nützlingshotel in Ruhe lassen: Laut „Natur im Garten“ sind die Löcher im Winter oft noch besetzt, die Bewohner sollten Sie nicht stören. Eine Grundreinigung ist jetzt also nicht angebracht.
  • Teich: Vor dem richtigen Frost empfiehlt „Natur im Garten“, Falllaub aus dem Teich zu entfernen.

Geräte und Wasser

  • Außenwasserhahn und Schlauch: „Natur im Garten“ rät, Außenwasserhähne von innen abzusperren, den Hahn zu öffnen und das Restwasser auszulassen sowie den Gartenschlauch zu entleeren, aufzurollen und frostfrei zu lagern. Wiener Wasser empfiehlt, die Wasserhähne bei entleerten Gartenleitungen geöffnet zu lassen, damit die Dichtungen nicht anfrieren. Auch die Regentonne gehört vorbereitet: Regentonne winterfest machen.
  • Werkzeug und Akkus: Eine gute Pflege verlängert laut „Natur im Garten“ die Lebensdauer der Gartenwerkzeuge. Die Schritte finden Sie unter Gartengeräte einwintern.

Streusalz im Garten vermeiden

Streusalz kann Gehölzen schaden: Laut dem Naturschutzbund Oberösterreich schädigt salzhaltiges Wasser im Boden vor allem die Wurzeln der Bäume. Eine BOKU-Expertin erklärt im ORF, das Salz halte Wasser im Boden zurück, das dem Baum später fehle. Ob Sie auf Ihrem Gehsteig Salz verwenden dürfen, kann Ihre Gemeinde regeln. Fragen Sie dort nach, was bei Ihnen gilt, und kehren Sie Salz nicht in Beete oder Baumscheiben.

Planung für das neue Gartenjahr

Der Dezember eignet sich, um Rückschau zu halten: Notieren Sie, was gut gewachsen ist, wo Lücken waren und was Sie im Frühjahr ändern möchten. Wer eine Hecke oder neue Obstbäume plant, findet Anleitungen in den Ratgebern Hecke pflanzen und Obstbäume pflanzen.

Checkliste Dezember

  • Barbarazweige am 4. Dezember schneiden, Kältereiz nicht vergessen.
  • Christrose vor Staunässe schützen, Töpfe vor dem Durchfrieren bewahren, Handschuhe tragen.
  • Nach starkem Schneefall hohe Schneelast von Sträuchern schütteln.
  • Immergrüne an sonnigen Tagen bei gefrorenem Boden gießen oder mit Vlies schützen.
  • Kübelpflanzen im Winterquartier auf Schädlinge und Wasserbedarf prüfen.
  • Futterstelle sauber und trocken halten, Wasser täglich wechseln.
  • Nützlingshotel nicht reinigen.
  • Außenwasserhahn entleert, Schlauch frostfrei gelagert.
  • Streusalz nicht auf Beete und Baumscheiben bringen, Gemeindevorgaben prüfen.
  • Rückblick notieren und Wünsche für das neue Gartenjahr sammeln.

Was im Jänner ansteht, lesen Sie im Gartenkalender Jänner.

Scroll to Top