Kräuter überwintern: Was draußen bleibt und was ins Haus muss

Terrakottatopf mit Thymian und Salbei auf Holzlatten, mit Laub und Reisig abgedeckt, daneben ein Schnittlauchhorst im Beet

· Gemüse, Obst & Kräuter

Nicht jedes Kraut braucht im Herbst Schutz, manche verabschieden sich von selbst, andere gehören ins Haus. Ein Überblick, welche Kräuter draußen bleiben dürfen, welche Quartier brauchen und worauf es im Topf ankommt.

Winterharte Kräuter: Sie bleiben draußen

Laut „Natur im Garten“ können unter anderem Schnittlauch, Petersilie, Minzen, Liebstöckel, Sauerampfer, Estragon, Zitronenmelisse, Echter Lavendel, Eberraute, Ysop, Oregano und Berg-Bohnenkraut im Garten überwintern. Die Petersilie wird meist einjährig gezogen; im zweiten Jahr blüht sie, und ab der Blüte sollte sie nicht mehr gegessen werden.

Schnittlauch zieht im Herbst ein und treibt im Frühjahr aus den kleinen Zwiebeln wieder aus. Zum Schutz im Freien genügt laut dem Beitrag „Schnittlauch im Winter“ eine lockere Laubschicht. Wie Sie Laub im Garten sinnvoll nutzen, lesen Sie im Ratgeber Laub im Garten.

Mediterrane Kräuter: Thymian, Salbei, Rosmarin

Hier gehen die Angaben auseinander. „Natur im Garten“ führt Thymian, Salbei und Rosmarin auf der Themenseite „Winterzeit“ unter den mediterranen Kräutern, die in milden Regionen auch im Freien überwintern können. Ein durchlässiges Substrat ist laut der Seite unbedingt nötig, damit sich keine Staunässe bildet. Empfohlen werden eine Laubpackung und Reisig, bei Unsicherheit die Topfkultur.

  • Thymian: Nach „Natur im Garten“ wächst er bei uns als winterharter, kleiner Halbstrauch und ist im Gegensatz zu Rosmarin sehr frosthart, vorausgesetzt, die Ernte erfolgt rechtzeitig. Ein später, starker Schnitt führt zu jungem, frostempfindlichem Neuaustrieb.
  • Salbei: Die Kärntner Gartenexpertin Petra Miklautz rät im ORF Kärnten, Salbei nur bis Anfang Oktober und nur im oberen Drittel zurückzuschneiden. Die nachwachsenden Blätter bieten im Winter Kälte- und Sonnenschutz.
  • Rosmarin: Laut Miklautz ist er die Mimose unter den mediterranen Kräutern und im Topf schwer über den Winter zu bringen. „Natur im Garten“ schreibt auf der Rosmarin-Seite, die früher nicht winterharte Pflanze gelte mittlerweile in manchen Teilen Österreichs als gut winterhart. Im Beet schützen eine dichte Laubschicht im Wurzelbereich und ein luftdurchlässiges Vlies.

Abgesehen vom Salbei-Termin rät „Natur im Garten“, Kräuter erst im Frühjahr zu schneiden, wenn der junge Austrieb sichtbar ist.

Nicht winterhart: Basilikum und Co.

Basilikum, Majoran, Dill, Kerbel, Koriander, Borretsch, Sommer-Bohnenkraut und Kapuzinerkresse sind einjährig. Sie sterben im Winter ab und brauchen laut „Natur im Garten“ keinen Winterschutz; manche säen sich selbst wieder aus. Nicht winterhart sind Zitronenverbene, Strauchbasilikum, Zitronengras, Stevia und Gewürz-Lorbeer. Sie brauchen ein geschütztes, helles Winterquartier mit etwa 5 bis 10 Grad, etwa im Gewächshaus, Wintergarten oder Stiegenhaus. Mehr zu Quartier und Pflege lesen Sie in der Anleitung Kübelpflanzen überwintern.

Topf oder Beet?

Empfindliche Kräuter überwintern laut „Natur im Garten“ in einem unbeheizten, frostfreien und hellen Quartier. Bei Rosmarin im Topf draußen ist laut der Rosmarin-Seite von „Natur im Garten“ regelmäßiges Gießen in der frostfreien Zeit nötig, denn die immergrünen Blätter brauchen auch im Winter Feuchtigkeit. Staunässe ist laut derselben Seite besonders im Winter häufig der Grund fürs Absterben. Gedüngt wird im Winter nicht, immergrüne Kräuter im Freien gießen Sie an frostfreien Tagen.

Schnittlauch auf der Fensterbank

Wer im Winter frisches Grün möchte, kann Schnittlauch treiben. Nach dem Beitrag „Schnittlauch im Winter“ graben Sie dazu eine kräftige Pflanze mit möglichst vollständigem Wurzelballen aus, teilen Stücke ab und setzen sie in ein Erde-Sand-Gemisch. Die Pflanzen sollen zuerst einen starken Kältereiz bekommen und an einem trockenen, luftigen Ort stehen, bis es einmal ordentlich gefroren hat. Danach kommen sie bei Zimmertemperatur an ein helles Fenster und werden stetig leicht feucht gehalten.

Was jetzt zu tun ist

  • Schnittlauch, Petersilie, Minze, Oregano und Lavendel bleiben draußen, Schnittlauch mit einer lockeren Laubschicht.
  • Thymian, Salbei und Rosmarin: durchlässiges Substrat, Laub und Reisig als Schutz, bei Unsicherheit die Topfkultur wählen.
  • Basilikum und andere Einjährige jedes Jahr neu anbauen.
  • Empfindliche Kräuter in ein unbeheiztes, frostfreies, helles Quartier stellen.
  • Salbei höchstens bis Anfang Oktober im oberen Drittel schneiden, sonst Rückschnitt erst im Frühjahr; nicht düngen.

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Weitere Themen finden Sie in der Rubrik Gemüse, Obst & Kräuter.

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