· aktualisiert am · Balkon & Terrasse
Pelargonien, im Alltag meist Geranien genannt, vertragen keinen Frost. Sie gehören laut Karl Ploberger, dem Pflanzenexperten von Radio Wien, aber zu den wenigen Balkonblumen, die sich überwintern lassen (Radio Wien, 05.10.2018). Ob Sie die alten Stöcke ins Haus holen oder Stecklinge ziehen, hängt laut Ploberger ein wenig „vom grünen Daumen“ ab. Hier die wichtigsten Schritte.
Wann einräumen?
Sobald die ersten Nachtfröste auftreten, gehören Pelargonien in ein frostfreies Quartier. Das schreibt die Gartengestalterin Katharina Gabesam-Rasner in ihren ORF-Gartentipps (Studio 2, 29.09.2022). Schaffen Sie das nicht sofort, decken Sie die Pflanzen bei angesagtem Frost über Nacht mit Vlies oder einem Leintuch ab und stellen Sie sie nahe ans Haus. Nehmen Sie keine Plastikfolie, denn darunter wird es durch Verdunstungskälte oft noch kälter.
Der richtige Platz: hell und kühl
Ploberger empfiehlt einen sehr hellen Raum mit etwa 10 bis maximal 15 Grad; die Pflanzen dürfen nicht zu viel gegossen werden. „Natur im Garten“ nennt im Infoblatt „Überwinterungsquartier Kübelpflanzen“ für die Geranie 8 bis 10 Grad, nicht unter 0 Grad, und einen hellen Standort. In einem aktuellen Beitrag (Radio Wien, 02.10.2026) nennt Ploberger das unbeheizte Stiegenhaus vor einem großen Fenster mit 10 bis 12 Grad, wo sich Pelargonien besonders wohlfühlen, und den Wintergarten als weiteren Standort. Der Wintergarten darf weder zu warm werden noch bei sehr starkem Frost zu kalt. An sonnigen Tagen lüften Sie und schließen die Türen nach Sonnenuntergang wieder. Ohne einen solchen kühlen, hellen Raum sollte man die Balkonblumen laut Ploberger (2018) gar nicht erst aufheben; in einem zu warmen Raum kommt es meist nach wenigen Tagen zu einer Invasion von Schädlingen.
Rückschnitt vor dem Einräumen
Schneiden Sie zuerst Abgeblühtes und Krankes ab. Laut dem Infoblatt von „Natur im Garten“ werden Pelargonien vor dem Einwintern um mindestens ein Drittel bis die Hälfte gekürzt. Das Infoblatt zählt sie damit zu den Pflanzen, die vor allem bei Platzmangel schon im Herbst zurückgeschnitten werden können; allgemein hält es bei idealen Bedingungen einen Rückschnitt im Frühjahr für sinnvoll. Auch Ploberger rät in einem ORF-Salzburg-Beitrag (16.06.2016) zu einem Rückschnitt um mindestens ein Drittel. Vertrocknete und welke Blätter entfernen Sie dabei.
Pflege im Winter
- Sparsam gießen: Die Pflanzen brauchen im kühlen Quartier nur sehr wenig Wasser. Gegossen wird laut „Natur im Garten“, wenn der Wurzelballen schon recht trocken ist (Fingerprobe). Besonders an einem dunklen Standort gießen Sie laut Ploberger sehr sparsam.
- Nicht düngen: Über die Wintermonate muss laut dem Infoblatt nicht gedüngt werden.
- Kontrollieren: Sehen Sie die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge und Pilzkrankheiten durch und entfernen Sie dabei welke Blätter.
Dunkel überwintern?
Das Infoblatt von „Natur im Garten“ nennt es auch als Möglichkeit: Balkonpelargonien können laublos und dunkel überwintern. Genauere Angaben zu dieser Variante macht die Quelle nicht. Wer Platz für einen hellen Standort hat, folgt am sichersten der Hauptempfehlung.
Stecklinge als Alternative
Wenig Platz? Dann können Stecklinge eine Lösung sein. Ploberger empfiehlt, sie im August zu schneiden, zu überwintern und im Frühjahr in die endgültigen Töpfe zu setzen. Das Infoblatt von „Natur im Garten“ nennt als Zeitpunkt für Stecklinge das Frühjahr. Für heuer ist der August vorbei; beide Quellen unterscheiden sich also im Termin.
Im Frühjahr wieder ins Freie
Laut Ploberger kommen die Stöcke ab Februar oder März in einen hellen, wärmeren Raum und werden umgetopft. Ab April lassen sie sich an sonnigen Tagen abhärten, bei kühlem, regnerischem Wetter oder Frost gehören sie wieder ins Haus. Dauerhaft ins Freie dürfen Geranien laut „Natur im Garten“ erst nach den Eisheiligen, also ab dem 15. Mai. Für die Umgewöhnung empfiehlt „Natur im Garten“ einen bewölkten, warmen Tag und einen geschützten, schattigen Standort; nach etwa einer Woche kommen die Pflanzen an einen halbschattigen Platz mit etwas Morgen-, aber ohne Mittagssonne (Beitrag „Kübelpflanzenpflege“).
Weitere Winterquartier-Tipps für empfindliche Pflanzen finden Sie unter Kübelpflanzen überwintern, den Balkon selbst bepflanzen Sie mit winterharten Pflanzen für Kistl und Topf. Was im Oktober sonst ansteht, zeigt der Gartenkalender.
Was Karl Ploberger rät
Die Hinweise des Radio-Wien-Pflanzenexperten aus den oben verlinkten Beiträgen, kurz gebündelt:
- Standort: sehr hell, etwa 10 bis maximal 15 Grad (2018), etwa das unbeheizte Stiegenhaus vor einem großen Fenster mit 10 bis 12 Grad (2026).
- Kein passender Raum: Ohne kühlen, hellen Platz die Pflanzen lieber nicht aufheben, im warmen Zimmer drohen Schädlinge.
- Rückschnitt: um mindestens ein Drittel (2016).
- Gießen: wenig, an einem dunklen Standort besonders sparsam.
- Stecklinge: im August schneiden und überwintern.
- Frühjahr: ab Februar oder März heller und wärmer stellen und umtopfen, ab April an sonnigen Tagen abhärten.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei den ersten Nachtfrösten ins frostfreie Quartier, notfalls mit Vlies abdecken.
- Hell und kühl: je nach Quelle 8 bis 10 Grad oder 10 bis 15 Grad.
- Vorher um mindestens ein Drittel zurückschneiden.
- Sparsam gießen, nicht düngen, auf Schädlinge achten.
- Erst nach dem 15. Mai dauerhaft ins Freie.
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