Wenn die ersten kalten Nächte kommen, lohnt ein Blick auf die Futterstelle. Wer Vögel im Winter füttern will, sollte früh beginnen, das Futter geschützt anbieten und auf Sauberkeit achten. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick.
Wann beginnen und wie lange füttern
BirdLife Österreich rät, schon im Lauf des Oktobers zu beginnen und dann den ganzen Winter durchgehend zu füttern, damit sich die Vögel auf die Futterstelle verlassen können. Im Frühling sollten Sie die Fütterung langsam auslaufen lassen: Bei späten Wintereinbrüchen kann die Futterstelle für früh ankommende Zugvögel wichtig sein.
Welches Futter für welche Vögel
Die Landwirtschaftskammer Salzburg unterscheidet zwei Gruppen:
- Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern brauchen Samen, Sonnenblumenkerne, Getreide und gehackte Nüsse.
- Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amseln, Meisen und Zaunkönige bekommen getrocknete Beeren, Rosinen, ganzes Obst, Haferflocken, Nüsse, Kleie und Fettfutter.
BirdLife nennt als Angebot außerdem Hanf, Leinsamen und Nyjersamen, Fettfutter wie Meisenknödel sowie Insektenfutter. Vielfältiges Futter lockt möglichst viele Arten an. Meisenknödel hängen Sie laut Landwirtschaftskammer besser lose oder in Metallkörben auf, denn Vögel können sich mit den Füßen in den Netzen verfangen und verletzen.
Silo statt offenes Häuschen
Beide Quellen raten zu Silofutterhäusern oder Futtersäulen, in denen die Vögel nicht im Futter sitzen. So verkoten sie es nicht. Für Arten, die lieber am Boden fressen, etwa Rotkehlchen oder Amseln, nennt BirdLife ein Bodenfuttersilo. Dieses sollte nicht in Gärten stehen, die regelmäßig von Katzen besucht werden.
Sauber und trocken
- Trocken halten: Das Futter darf nicht nass werden. Verschimmeltes Futter ist laut BirdLife für die Vögel giftig.
- Sauber halten: Die Landwirtschaftskammer nennt Sauberkeit „enorm wichtig“. Verschmutztes oder aufgeweichtes Futter kann demnach zu lebensbedrohlichen Infektionen führen.
- Keine Speisereste: Sie sind laut BirdLife ungeeignet, besonders gesalzene. Die Landwirtschaftskammer nennt ebenfalls Speisereste und gesalzene Lebensmittel.
Wasser anbieten
Eine ganzjährig angebotene Wasserstelle hilft Vögeln laut Landwirtschaftskammer besonders. Reinigen Sie sie regelmäßig mit heißem Wasser.
Schutz vor Katzen
Stellen Sie die Futterstelle frei auf, damit sich Katzen nicht unbemerkt nähern können. BirdLife empfiehlt lockere Sträucher in 3 bis 6 Metern Entfernung, aber kein Dickicht. Die Landwirtschaftskammer nennt einen Baum oder Strauch in etwa zwei Metern Entfernung und rät, auch die Wasserstelle vor Katzen zu schützen. Der Platz soll zudem nach mehreren Seiten offen sein, damit die Vögel Fressfeinde früh erkennen.
Der Garten als Grundlage
Natürliches Futter liefern laut Landwirtschaftskammer früchtetragende Sträucher und Kletterpflanzen wie Liguster, Heckenrosen und Efeu, aber auch Samen von Blumen und Wildkräutern. Frucht- und samentragende Sträucher sollten erst am Ende des Winters, aber vor der Brutsaison zurückgeschnitten werden. Welche heimischen Sträucher sich für Hecken eignen, zeigt der Ratgeber Hecke pflanzen: welche Heckenpflanze passt. Abgeblühte Stauden und Laub in Ruhe zu lassen, passt dazu; Näheres im Gartenkalender November.
Kurz gemerkt
- Im Oktober beginnen, durchgehend füttern, im Frühling langsam auslaufen lassen.
- Körner für Finken und Sperlinge, Weichfutter und Fett für Rotkehlchen, Amseln und Meisen.
- Silo oder Futtersäule statt offener Schale, Futter trocken halten.
- Futterstelle sauber halten, keine Speisereste.
- Frisches Wasser anbieten und vor Katzen schützen.
- Früchtetragende Sträucher im Garten pflanzen und spät zurückschneiden.
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