Gartenarbeiten im Oktober: Was jetzt im Garten zu tun ist

Im Oktober wird im Garten geerntet, gepflanzt und für den Winter vorgesorgt. Wann welche Arbeit fällig ist, hängt von Region und Seehöhe ab: Vom pannonischen Osten bis in alpine Lagen kommt der erste Frost unterschiedlich früh. Laut GeoSphere Austria sind in einem durchschnittlichen Oktober unterhalb von 500 Metern Seehöhe etwa zwei Frosttage zu erwarten, zwischen 1000 und 1500 Metern etwa acht. Maßgeblich ist daher der Wetterbericht, nicht der Kalender.

Ziergarten

  • Blumenzwiebeln setzen: Tulpen, Narzissen und Krokusse kommen jetzt in die Erde, auf jeden Fall vor dem Bodenfrost. Krokusse und Narzissen profitieren von einer frühen Pflanzung. Als Faustregel liegt die Zwiebel etwa doppelt so tief, wie sie hoch ist. Alles Weitere lesen Sie in der Anleitung Blumenzwiebeln pflanzen.
  • Dahlien ausgraben: Das Signal gibt der erste Frost, wenn das Laub schwarz wird. Laut „Natur im Garten“ reifen die Knollen bis etwa 20. Oktober noch aus, spätestens Mitte November müssen sie aus dem Boden. Auch Gladiolen und Canna holen Sie vor dem ersten Bodenfrost heraus. Wie Sie die Knollen lagern, steht im Tipp Dahlien überwintern.
  • Stauden stehen lassen: Abgeblühte Stauden bleiben laut „Natur im Garten“ über den Winter stehen, denn Nützlinge überwintern darin. Samenstände sind zudem Futter für Vögel. Ziergräser schneiden Sie erst im Frühjahr kurz vor dem Austrieb; jetzt können Sie die Halme zusammenbinden.
  • Gehölze pflanzen: Sträucher und Bäume mit Ballen werden in der Vegetationsruhe gesetzt, meist im Oktober und November, solange der Boden nicht gefroren ist. Im Herbst gepflanzt, bilden sie laut der Gehölz-Broschüre von „Natur im Garten“ noch Wurzelhaare und sind im Frühjahr besser versorgt. Immergrüne mit Ballen setzen Sie besser schon im September oder erst im Frühjahr. Auf schweren, nassen Böden in rauem Klima ist die Frühjahrspflanzung geeigneter.
  • Rosen pflanzen: Wurzelnackte Rosen können im Oktober gesetzt werden, die Veredlungsstelle liegt etwa 5 Zentimeter unter der Erde. Geschnitten wird eine Herbstpflanzung erst im Frühling.

Gemüsegarten und Hochbeet

  • Fruchtgemüse ernten: Sind kalte Nächte angesagt, müssen Gurken, Zucchini, Kürbisse, Paprika und Paradeiser aus dem Freiland geerntet werden. Auch Erdäpfel gehören vor dem Frost aus der Erde.
  • Winterhartes stehen lassen: Rote Rüben, Karotten, Pastinaken und Schwarzwurzeln vertragen die ersten Fröste. Grünkohl darf bis zum Frühjahr bleiben, Kohlsprossen ernten Sie ab dem Spätherbst von unten nach oben.
  • Wintergemüse und Gründüngung: Winterspinat wird bis Mitte Oktober gesät, Winterroggen als Gründüngung nur bis Anfang Oktober.
  • Beete mulchen: Abgeerntete Beete schicken Sie nicht nackt in den Winter, sondern decken sie mit einer dicken Laubschicht ab. Mehr dazu in der Anleitung Hochbeet winterfest machen.

Obst

  • Obstbäume und Beerensträucher pflanzen: Laut „Natur im Garten“ ist der Herbst die beste Pflanzzeit, bevor der Boden friert. Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Junge Bäume brauchen einen Stützpfahl und werden gut angegossen.
  • Quitten ernten: Geerntet wird, wenn sich die Früchte von Hellgrün zu Zitronengelb umfärben. Im kühlen Keller halten sie sich laut „Natur im Garten“ höchstens etwa zwei Monate.
  • Lagerobst richtig einlagern: Nur trockene, gesunde Früchte ohne Druckstellen kommen ins Lager, und zwar so, dass sie einander nicht berühren. Das Infoblatt „Ernten, Lagern, Konservieren“ von „Natur im Garten“ empfiehlt, Lageräpfel, Birnen und Quitten mit dem Stiel nach oben zu legen und Obst getrennt von Gemüse aufzubewahren: Das Reifegas Ethylen lässt benachbartes Lagergut sonst schneller altern. Kontrollieren Sie das Lager wöchentlich auf Fäulnis.

Rasen

  • Seltener mähen: Ab Oktober genügt etwa alle zwei Wochen ein Schnitt, nur bei trockenem Gras. Den letzten Schnitt setzen Sie nicht zu kurz an.
  • Laub abrechen: Liegt Laub den Winter über auf dem Rasen, verklebt es und die Gräser ersticken.
  • Kalibetont düngen: Im Herbst wird organisch und kalibetont gedüngt, spät im Jahr ohne Stickstoff.
  • Nachsaat nur bei mildem Wetter: „Natur im Garten“ nennt als gute Ansaatzeit Ende August bis Anfang Oktober. Später warten Sie besser bis zum Frühjahr.

Ausführlich im Ratgeber Rasen im Herbst.

Balkon und Terrasse

  • Kübelpflanzen gestaffelt einräumen: „Spät rein, früh raus“ lautet die Regel von „Natur im Garten“. Tropische Arten wie Engelstrompete und Hibiskus müssen vor den ersten Frösten ins Haus. Oleander, Olive und Lorbeer vertragen leichte Nachtfröste, Kamelie und Granatapfel halten noch länger durch.
  • Vorher kontrollieren: Sehen Sie die Pflanzen vor dem Einräumen auf Schädlinge durch und räumen Sie sie mit trockenen Blättern und nicht zu dicht ein.
  • Notlösung bei Frost: Vlies oder ein Leintuch statt Plastikfolie, die Pflanzen nahe ans Haus stellen.
  • Winterharte Kübel schützen: Den Topf auf Latten stellen, einpacken und an die Hauswand rücken.

Welches Quartier sich eignet, erklärt die Anleitung Kübelpflanzen überwintern.

Laub, Tiere und Naturgarten

  • Laub nutzen: Unter Hecken, Sträuchern und in Staudenbeeten darf es liegen bleiben, auf den Kompost passt es gut gemischt. Verbrennen ist in ganz Österreich verboten. Alle Möglichkeiten zeigt der Ratgeber Laub im Garten.
  • Sonderfälle entfernen: Rosskastanienlaub kann Puppen der Kastanienminiermotte enthalten und kommt besser in die Biotonne als auf den eigenen Kompost. Walnusslaub rechen Sie laut „Natur im Garten“ gründlich zusammen, weil darin ein Pilz überwintert, der im Frühling die jungen Blätter befällt.
  • Rechen statt Laubsauger: Sauger und Bläser töten viele Kleintiere, der Rechen ist die schonende Wahl. Die Geräte vergleicht unsere Kaufberatung Laubsauger, Laubbläser oder Rechen.
  • Quartier für Igel: Bevor Igel im Spätherbst in den Winterschlaf gehen, brauchen sie ein Versteck. Ein Laub- und Reisighaufen in einer ruhigen Ecke hilft, er bleibt bis zum Frühjahr unangetastet. Wie Sie ihn bauen, zeigt der Tipp Igel im Garten: Laub- und Reisighaufen anlegen.

Geräte und Wasser

  • Außenwasserhahn entleeren: Von innen absperren, den Hahn öffnen und das Restwasser auslaufen lassen. Gefrorene Leitungen können bersten.
  • Schlauch einräumen: Entleeren, aufrollen und mit den Kupplungen frostfrei lagern.
  • Werkzeug pflegen: Spaten und Rechen reinigen, entrosten und mit Leinöl einreiben, die Gartenschere reinigen und desinfizieren.

Details, auch zu Akkus und Motorgeräten, im Tipp Gartengeräte einwintern.

Typische Probleme im Oktober

Der erste Frost kommt überraschend

Ist eine kalte Nacht angesagt, ernten Sie das Fruchtgemüse und bringen empfindliche Kübelpflanzen hinein oder decken sie ab. Gefrorenes Gemüse berühren Sie nicht, sondern ernten es erst nach dem Auftauen, sonst wird es matschig. Auch gefrorenen Rasen sollten Sie nicht betreten: Die Halme brechen.

Nässe und Fäulnis

Viel Regen und häufiger Wechsel zwischen Frost und Tauwetter begünstigen laut „Natur im Garten“ Fäulnis am Wintergemüse; ein Vlies hilft. Blumenzwiebeln faulen in Staunässe, verdichteten Boden lockern Sie deshalb vor dem Setzen. Kübelpflanzen kommen trocken und mit Abstand ins Quartier, sonst drohen Pilzkrankheiten.

Wühlmäuse

Blumenzwiebeln setzen Sie in engmaschige Drahtkörbe; Narzissen gelten als wühlmausfest. Bei neu gepflanzten Gehölzen kann laut „Natur im Garten“ ein engmaschiges Gitter um den Wurzelballen die jungen Wurzeln retten. Im Hochbeet lässt sich ein Gitter nur beim Befüllen einbauen.

Checkliste Oktober

  • Wetterbericht beobachten, vor der ersten Frostnacht Fruchtgemüse und Erdäpfel ernten.
  • Tulpen, Narzissen und Krokusse vor dem Bodenfrost setzen.
  • Dahlien nach dem ersten Frost ausgraben, spätestens bis Mitte November.
  • Abgeblühte Stauden und Ziergräser über den Winter stehen lassen.
  • Gehölze, Obstbäume, Beerensträucher und Rosen in nicht gefrorenen Boden pflanzen.
  • Leere Beete mit Laub mulchen.
  • Lagerobst trocken und einzeln einlagern, wöchentlich kontrollieren.
  • Rasen trocken und seltener mähen, Laub abrechen, kalibetont düngen.
  • Kübelpflanzen nach Frostempfindlichkeit einräumen.
  • Laub- und Reisighaufen für Igel anlegen und bis zum Frühjahr in Ruhe lassen.
  • Außenwasserhahn entleeren, Schlauch und Werkzeug frostfrei verstauen.

Weiter mit den Gartenarbeiten im November

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