· aktualisiert am · Rasen & Boden
Beim Kompostieren geben Sie dem Garten zurück, was Sie ihm entnommen haben: Aus Schnittgut, Laub und Küchenabfällen entsteht Humus. „Natur im Garten“ bezeichnet Kompost als wichtigsten organischen Dünger im Naturgarten. Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie einen Kompost anlegen, was hineindarf, wie Sie ihn richtig mischen und woran Sie reifen Kompost erkennen.
Der richtige Platz
„Natur im Garten“ rät, sich einen Waldrand zum Vorbild zu nehmen: Der Komposthaufen gehört an eine halbschattige, windgeschützte und gut erreichbare Stelle im Garten. Die Umweltberatung ergänzt, der Platz solle nicht zu weit von Küche beziehungsweise Gemüsegarten entfernt sein. Wichtig ist der direkte Bodenanschluss: Er ermöglicht den Lebewesen, die für die Kompostierung notwendig sind, das Zu- und Abwandern. Legen Sie den Kompost also nicht auf Beton oder Platten an.
Behälter oder offener Haufen?
Laut der Umweltberatung gibt es verschiedene Kompostiermethoden und Kompostbehälter. Als Einfassung für einen offenen Haufen nennt „Natur im Garten“ zum Beispiel einen Weidenzaun. Wenn in Ihrer Umgebung Ratten ein Problem sind, ist laut „Natur im Garten“ das Kompostieren in einem geschlossenen Behälter, einem Thermokomposter, sinnvoll.
Auf eines sollten Sie bei jeder Bauform verzichten: Abdeckungen mit Folien sind laut „Natur im Garten“ nicht geeignet, weil sie den Gasaustausch stören. Das beim Abbau entstehende Kohlendioxid kann dann nicht abziehen und Sauerstoff nicht nachströmen, wodurch der Abbau langsamer wird oder sogar stoppt. Gegen Austrocknen und Vernässen hilft ein luftdurchlässiges Vlies, langer Grasschnitt oder Stroh.
Was auf den Kompost darf
Die folgende Liste folgt dem Infoblatt von „Natur im Garten“:
- Aus dem Garten: zerkleinerter Strauch- und Staudenschnitt, Laub, Grasschnitt (in dünnen Schichten oder angetrocknet), Erntereste und Fallobst. Jätgut ist möglich; wurzelausläuferbildende Pflanzen wie Giersch und Quecke lassen Sie vorher in der Sonne austrocknen, samentragende Beikräuter jäten Sie vor der Samenbildung.
- Aus der Küche: Obst- und Gemüseabfälle, Zitrus- und Bananenschalen am besten aus biologischem Anbau oder nur in haushaltsüblichen Mengen, Kaffee- und Teesud, stark zerkleinerte Eierschalen, gebrauchtes Küchenpapier sowie ungewürzte Speisereste, die Sie ins Innere des Haufens geben.
- Sonstiges: Stroh, Mist von Pflanzenfressern, Gesteinsmehl und Holzasche nur in geringen Mengen.
Beim Strauchschnitt gilt eine Faustregel: Kein Stück sollte länger sein als die Breite Ihrer Gartenschaufel. Das erleichtert später das Umsetzen. Welche Häckslerbauart für Ihr Schnittgut infrage kommt, erklärt der Beitrag Gartenhäcksler.
Was nicht auf den Kompost gehört
- Fäkalien von Fleischfressern wie Katzen und Hunden, weil Krankheitskeime auf den Menschen übertragen werden könnten
- bedrucktes, farbiges Papier, das gehört ins Altpapier
- Asche von Braun- und Steinkohle oder Koks
- viruserkrankte Pflanzenteile
- Schneckenkorn: „Auf keinen Fall“ auf den Kompost streuen, so „Natur im Garten“
Richtig mischen: feucht und trocken, grün und braun
Beginnen Sie laut „Natur im Garten“ mit einer Schicht aus Strukturmaterial wie gröberem Strauchschnitt, damit der Kompost gut durchlüftet wird. Darauf kommen alle Materialien in einer ausgewogenen Mischung aus dürren, braunen und frischem, grünem Material. Die Mischung soll gleichmäßig feucht sein.
Als feucht und stickstoffreich gelten Rasenschnitt und Küchenabfälle, als trocken und kohlenstoffreich Laub, Häckselgut sowie Strauch- und Pflanzenschnitt. Die Umweltberatung nennt als Verhältnis 20 bis 30 Teile Kohlenstoff auf 1 Teil Stickstoff. Wie sich zu viel oder zu wenig Stickstoff auswirkt, beschreibt die Mappe „Wiesen und Rasen“ von „Natur im Garten“ am Beispiel Rasenschnitt: Bei hohem Stickstoffanteil entstehen oft Geruch und Fäulnis, weil das Material zu nass und zu dicht ist. Bei hohem Kohlenstoffanteil, etwa bei Holzhäcksel oder Stroh, findet praktisch keine Kompostierung statt. Schichten Sie Rasenschnitt deshalb mit Hecken- oder Häckselmaterial.
Ob die Feuchtigkeit passt, prüft die Umweltberatung mit dem Zusammendrücken einer Handvoll: Tritt Wasser aus, ist der Kompost zu nass; zerfällt er sofort, ist er zu trocken. Zur Beschleunigung der Rotte können Sie zwischendurch geringe Mengen reifen Kompost und Erde einbringen.
Umsetzen
„Natur im Garten“ rät, den Kompost zur Beschleunigung der Rotte ein- bis zweimal umzusetzen. Wann es zusätzlich sinnvoll ist:
- Der Haufen riecht: Ursache sind Fäulnisprozesse durch zu viel Feuchtigkeit und zu wenig Sauerstoff. Setzen Sie um und mischen Sie trockenes, grobes Material ein.
- Die Rotte kommt nicht in Gang: Mögliche Ursachen sind Trockenheit oder zu wenig stickstoffhaltiges Material. Wurde viel Holziges kompostiert, arbeiten Sie saftiges, grünes Material wie Rasenschnitt ein.
- Paradeiser keimen aus der Komposterde: Das ist laut „Natur im Garten“ ein Zeichen für zu wenig Hitze im Kompost. Einmaliges Umsetzen nach etwa sechs Monaten regt die Heißrotte noch einmal an, sodass die Samen ihre Keimfähigkeit verlieren sollten.
- Spanische Wegschnecke: Bei Sorge um deren Eier zerstört das Umsetzen im Spätherbst die Gelege.
Wie lange dauert die Reifung?
Nach etwa 6 bis 12 Monaten entsteht reifer Kompost, schreiben „Natur im Garten“ und die Umweltberatung übereinstimmend. Er hat eine krümelige Struktur, riecht nach Walderde und enthält laut „Natur im Garten“ keine Kompostwürmer mehr. Sicherheit gibt der Kressetest: Säen Sie Kresse im fertigen Kompost an. Wächst sie gut, gleichmäßig und ohne Verfärbungen, ist der Kompost ausreichend gereift. Die Umweltberatung nennt dafür 5 bis 7 Tage und kräftige, grüne Pflanzen.
Verwendung
- Frischkompost kann laut „Natur im Garten“ nach etwa 3 bis 6 Monaten zum Düngen stark zehrender Pflanzen wie Kürbisse oder Paradeiser verwendet werden, nur oberflächlich eingearbeitet. Nicht für empfindliche Jungpflanzen.
- Reifer Kompost wird im Frühjahr flächig aufgebracht und leicht eingeharkt. Die Mengen nach „Natur im Garten“: bei Starkzehrern wie Kohlgewächsen und Kürbis etwa 4 bis 6 Liter pro Quadratmeter, bei Mittelzehrern wie Zwiebel und Karotte etwa 2 bis 4 Liter, bei Schwachzehrern wie Bohnen und Erbsen etwa 1,5 Liter.
- Blumenkisten: Zu gleichen Teilen mit Sand und Erde vermischt, ergibt reifer Kompost laut „Natur im Garten“ eine ideale Erde dafür.
- Hochbeet: Dort wird im Frühjahr das abgesackte Substrat mit Gartenerde und Kompost aufgefüllt, siehe Hochbeet winterfest machen.
- Rasen: Zum Besanden mischt „Natur im Garten“ reifen, unkrautfreien Kompost zu gleichen Teilen mit scharfkantigem Quarzsand. Mehr dazu im Ratgeber Moos im Rasen.
Laub kompostieren
Laub gehört zu den trockenen, kohlenstoffreichen Zutaten und ist damit ein guter Gegenpart zu Rasenschnitt und Küchenabfällen. Zwei Fälle verlangen Aufmerksamkeit:
- Nusslaub: Gut zerkleinert und vor allem gut hineingemischt ist Walnusslaub laut „Natur im Garten“ kein Problem. Der Tipp: Laub der Walnuss mit dem letzten Rasenschnitt einsammeln, die Kombination mit dem stickstoffreichen Gras führt zu raschem Abbau.
- Rosskastanie: Wegen der Kastanienminiermotte empfiehlt die AGES, das Laub über den Hausmüll oder in Großkompostierungsanlagen zu entsorgen. Befallenes Laub geben Sie deshalb besser in die Biotonne als auf den eigenen Kompost.
Weitere Hinweise zu Laub finden Sie im Ratgeber Laub im Garten. Wie lange Eichen- oder Nussblätter brauchen, steht dort ebenfalls.
Häufige Fehler im Überblick
- Der Haufen ist zu nass und riecht: trockenes, grobes Material einmischen und umsetzen.
- Der Haufen ist zu trocken: anfeuchten und mit Vlies, Gras oder Stroh abdecken.
- Zu viel Rasenschnitt oder zu viel Holziges: beides mischen.
- Zu große Stücke: Strauchschnitt zerkleinern.
- Abdeckung mit Folie: besser Vlies, Grasschnitt oder Stroh.
- Regenwürmer aus Beeten auf den Kompost geben: Der Tauwurm kommt laut „Natur im Garten“ mit den Bedingungen im Haufen nicht zurecht. Umgekehrt dürfen Kompostwürmer nicht zum Bodenlockern in die Beete, dort würden sie verhungern.
Wann welche Gartenarbeit ansteht, zeigt der Gartenkalender für Oktober. Alle Themen rund um Boden und Rasen finden Sie in der Rubrik Rasen & Boden.
Das Wichtigste in Kürze
- Platz: halbschattig, windgeschützt, gut erreichbar, mit direktem Bodenanschluss.
- Mischen: feuchtes, grünes und trockenes, braunes Material im Wechsel, mit grober Struktur am Boden.
- Nicht hinein: Fäkalien von Fleischfressern, bedrucktes Papier, Kohlenasche, viruskranke Pflanzenteile, Schneckenkorn.
- Feuchtigkeit mit dem Zusammendrücken prüfen, bei Geruch umsetzen.
- Reifer Kompost braucht etwa 6 bis 12 Monate, der Kressetest gibt Sicherheit.
- Rosskastanienlaub besser in die Biotonne.
Das brauchen Sie dafür
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