Moos im Rasen ärgert fast jeden Gartenbesitzer irgendwann. Das Entfernen allein löst das Problem selten, denn das Moos kommt wieder, wenn die Ursache bleibt. „Natur im Garten“ rät deshalb, zuerst die Ursachen der Vermoosung festzustellen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die häufigsten Gründe und die Maßnahmen, die daran ansetzen. Mittel zur chemischen Moosbekämpfung gehören nicht dazu.
Moos ist ein Hinweis auf den Boden
Moose gelten in der Mappe „Wiesen und Rasen“ von „Natur im Garten“ als Zeigerpflanzen: Sie geben Hinweise auf den Zustand des Bodens. Dort sind sie gleich bei mehreren Ursachen aufgeführt. Als Auslöser nennt die Mappe Nährstoffmangel, Humusmangel, zu viel Feuchtigkeit und die Lage im Schatten. Das Infoblatt „Rasenflächen ökologisch pflegen“ nennt zusätzlich die Bodenverdichtung. Welche Ursache bei Ihnen zutrifft, sehen Sie am Standort und am Boden.
Die häufigsten Ursachen
Schatten
Dichte und vitale Rasenflächen entwickeln sich laut „Natur im Garten“ langfristig nur auf sonnigen und luftigen Standorten optimal. Ist der Standort zu schattig, entstehen Lücken, und es entwickeln sich rasch Moos und unerwünschtes Unkraut. Auch Rasenpilzkrankheiten treten auf feuchten, schattigen Standorten häufiger auf.
Nässe
Als Anzeiger für Staunässe nennt die Mappe unter anderem Moose, Hahnenfuß-Arten und Algenbeläge. Rasengräser brauchen laut Infoblatt belebte, durchlässige Böden, in denen das Wasser absickern kann. Zu häufiges Beregnen fördert laut Mappe außerdem Rasenkrankheiten.
Verdichteter Boden
Bodenverdichtung tritt auf Rasenflächen sehr häufig auf. Sie entsteht durch Betritt, aber auch durch Vernässung und mineralische Düngung. Die Folge sind laut „Natur im Garten“ Lücken im Rasen, Moos und unerwünschte Wildkräuter: Die flach wurzelnden Gräser kommen dann nicht mehr ausreichend an Nährstoffe und Wasser, auch wenn diese vorhanden sind. Moose zählt das Infoblatt zu den betrittresistenten Pflanzen, die auf dem Boden wachsen, ohne darin zu wurzeln. Breitwegerich zeigt Verdichtung an.
Niedriger pH-Wert
In der Tabelle der Mappe stehen Moosarten und Ampfer als Zeiger für einen zu niedrigen pH-Wert. Moos allein beweist das aber nicht, denn dieselbe Tabelle führt Moose auch bei Staunässe und bei Schatten auf. Mehr dazu im Abschnitt zu Kalk.
Nährstoff- und Humusmangel
Auch Nährstoffmangel und Humusmangel nennt die Mappe als mögliche Ursachen der Vermoosung. Ein verfilzter Rasen ist dort ein Kennzeichen unbelebter Böden.
Vertikutieren: lieber im Frühjahr
Rasenfilz und Moos werden laut „Natur im Garten“ im Frühling durch Vertikutieren oder Ausrechen entfernt. Vertikutiert werden sollte höchstens einmal jährlich, und zwar erst nach der zweiten Mahd, weil dabei die Wurzeln der Gräser geschädigt werden. Rechen oder Lüften mit einem Rasenlüfter, einem Gerät mit Zinken, ist nach Bedarf auch öfter möglich.
Im Herbst empfehlen wir, nur auszurechen und das Vertikutieren auf das Frühjahr zu verschieben, wie im Ratgeber Rasen im Herbst beschrieben. Nach dem Vertikutieren werden laut der Mappe organische Dünger und Sand eingearbeitet. Das Infoblatt empfiehlt zudem, offene Stellen sofort mit einer geeigneten Regenerations-Saatgutmischung zu besäen, damit sich die Grasnarbe rasch schließt.
Zum Besanden nennt „Natur im Garten“ als optimalen Zeitraum Mitte März bis Anfang Mai: einmal jährlich eine Mischung aus einem Teil scharfkantigem Quarzsand und einem Teil unkrautfreiem Reifekompost, 2 bis 5 Liter pro Quadratmeter, die eingerecht wird. Das gilt nicht für ohnehin sandige Böden.
Kalk: nur nach Bodenprobe
Ein sehr saurer Boden führt laut der Mappe zum Absterben der Mikroorganismen. Kalk bringen Sie aber nicht auf Verdacht aus. Die Mappe empfiehlt Kalkungen nach einer Messung des pH-Werts. Wenn Sie kalken, gelten diese Grenzen:
- Maximal 150 Gramm pro Quadratmeter und Jahr, das entspricht laut Mappe etwa zwei Händen voll.
- Ein zu schnelles Erhöhen des pH-Werts vertragen weder Gräser noch Bodenorganismen gut.
- Verwenden Sie einen Kalk aus natürlichem Kalkgestein oder Algenkalk. Die Aufkalkungstabellen liegen Bodenuntersuchungen und Messsets bei.
Ist der pH-Wert dagegen zu hoch, wofür die Mappe Weißklee als Zeiger nennt, sind keine Kalkungen mehr durchzuführen.
Düngung und Pflege
Rasengräser sind Starkzehrer. „Natur im Garten“ empfiehlt, Rasenflächen je nach Belastung zwei- bis dreimal im Jahr mit organischen Rasendüngern zu versorgen: im April und Juni stickstoffbetont, im Herbst kalibetont. Die Bodenorganismen bauen dabei eine stabile Bodenstruktur auf und wirken laut Infoblatt der Verdichtung entgegen. Ein Stickstoffmangel zeigt sich nach der Mappe an Zeigern wie Gänseblümchen, Disteln oder Klee. Zum Kompost für den Rasen lesen Sie unsere Anleitung Kompost anlegen.
- Schnitthöhe: Im Garten liegt sie laut Infoblatt bei etwa 4 Zentimetern, abgemäht wird dabei nur etwa ein Drittel des Aufwuchses. Im Hochsommer und in sehr warmen Frühlingsphasen empfiehlt „Natur im Garten“, auf etwa 5 Zentimeter anzuheben.
- Mulchmäher: Das fein zerkleinerte Schnittgut bleibt liegen, wirkt als organischer Dünger und hemmt laut Infoblatt das Mooswachstum.
- Gießen: In regenarmen Zeiten ein- bis dreimal pro Woche, lieber seltener und dafür mit größerer Wassermenge, am besten morgens.
- Verdichtung lockern: Gegen Verdichtung und Staunässe nennt die Mappe Aerifizieren, das Besanden der Fläche und mehr organische Substanz.
Was tun in Schattenlagen?
Die Mappe stellt klar: Rasen an sich ist keine Schattenpflanze. Für schattige Lagen ist bei Problemen mit dem Rasen eine Änderung der Bepflanzung eine Überlegung wert. Der Standort ist für Rasengräser nur bedingt geeignet, erwähnt werden schattenverträgliche Rasensorten. Auch das Infoblatt führt Schattenrasen unter den Rasenmischungen an. Sie haben also zwei Möglichkeiten: eine schattenverträgliche Mischung wählen oder die Fläche anders bepflanzen. Ein dauerhaft dunkler Platz bleibt auch mit bester Pflege ein schwieriger Standort.
Weitere Themen zu Boden und Rasen finden Sie in der Rubrik Rasen & Boden.
Das Wichtigste in Kürze
- Moos zeigt ein Problem im Boden oder am Standort an. Erst die Ursache klären, dann handeln.
- Häufige Gründe laut „Natur im Garten“: Schatten, Nässe, Verdichtung, Nährstoff- und Humusmangel, niedriger pH-Wert.
- Vertikutieren: im Frühjahr, höchstens einmal jährlich, erst nach der zweiten Mahd.
- Kalk nur nach pH-Messung, höchstens 150 Gramm pro Quadratmeter und Jahr.
- Organisch düngen: April und Juni stickstoffbetont, im Herbst kalibetont.
- Schnitthöhe etwa 4 Zentimeter, im Hochsommer etwa 5 Zentimeter.
- Im Schatten: schattenverträgliche Mischung oder andere Bepflanzung.
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