Im Herbst fällt Astschnitt an, und er muss nicht in die Entsorgung. Aufgeschichtet zwischen zwei Reihen Pfosten wird daraus eine Benjeshecke, die dem Garten Struktur gibt und Tieren als Quartier dient. Diese Anleitung zeigt, was eine Totholzhecke ist, wie Sie sie Schritt für Schritt bauen, welche Tiere sie nutzen und was danach zu tun ist.
Was ist eine Benjeshecke?
Benjeshecke und Totholzhecke sind zwei Namen für dieselbe Sache. BirdLife Österreich beschreibt sie als attraktive Alternative zum Totholzhaufen: Sie gibt dem Garten laut BirdLife vor allem im Winter Struktur und ist ein Überwinterungsort für zahlreiche Tiere. Gebaut wird sie so, dass das Schnittgut zwischen in den Boden eingeschlagenen Holzstehern lose eingeschlichtet wird. Höhe und Länge sind laut BirdLife beliebig wählbar (BirdLife Österreich, „Totholz für mehr Biodiversität“).
Die Hecke wächst also nicht, sie wird geschichtet. Das macht sie zu einer guten Verwertung für Äste und Zweige, die beim Herbstputz oder beim Obstbaumschnitt anfallen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Der Naturschutzbund Österreich nennt für Totholzhaufen, Totholzhecke und Käferbeet den Herbst oder das zeitige Frühjahr als beste Zeit (Naturschutzbund Österreich, Gartentipp Monat Juli).
BirdLife weist darauf hin, dass der Baum- und Strauchschnitt außerhalb der Brutzeit erfolgen soll. Schneiden Sie also nur zurück, was im Herbst und Winter ohnehin ansteht. Was im Oktober sonst im Garten zu tun ist, finden Sie im Gartenkalender Oktober.
Der richtige Platz
BirdLife empfiehlt für Totholz einen möglichst sonnigen Standort. Eidechsen, Holzbienen, Garten-Blattschneiderbienen und andere Wildbienen und Insekten würden es danken, heißt es dort. Der Naturschutzbund ergänzt: Soll die Totholzhecke zugleich als Windstopper dienen, richten Sie die Bahnen quer zur Hauptwindrichtung aus.
Wie viel Platz Sie brauchen, bestimmen Sie weitgehend selbst, denn Länge und Höhe sind frei wählbar. Beim Naturschutzbund steht eine Untergrenze für die Breite: Die beiden Pfostenreihen sollen mindestens 50 Zentimeter voneinander entfernt sein. Ob Abstände zur Grundstücksgrenze oder Auflagen, etwa in Schutzgebieten, zu beachten sind, klären Sie vor dem Bau mit Ihrer Gemeinde.
Material und Werkzeug
- Stabile Pfosten: Der Naturschutzbund nennt für den Bau stabile Pfosten und einen Fäustel, dazu Schnittgut sowie Astschere und Säge. Die Pfosten geben der Hecke laut Naturschutzbund ihre Form und verhindern, dass die Äste später herunterfallen.
- Schnittgut: Äste und Zweige aus dem Baum- und Strauchschnitt. Je dicker das Astmaterial, umso besser für die Artenvielfalt, schreibt BirdLife.
Laut Naturschutzbund können verschiedene Stamm- und Astdurchmesser bunt gemischt werden, und es dürfen Hohlräume im Inneren entstehen. Für Holzbeigen und -haufen rät er außerdem zu Holz einheimischer Bäume, denn in exotischen Hölzern könne sich kein Käfer entwickeln.
Schritt für Schritt: So bauen Sie die Totholzhecke
- Verlauf festlegen: eine Stelle am Gartenrand oder zwischen zwei Gartenbereichen, möglichst sonnig. Soll die Hecke vor Wind schützen, die Bahnen quer zur Hauptwindrichtung anordnen.
- Pfosten setzen: Die Pfosten werden laut Naturschutzbund in zwei Bahnen in die Erde geschlagen, die Bahnen mindestens 50 Zentimeter voneinander entfernt. Die Höhe der Pfosten richtet sich nach Ihren Wünschen und der Menge an Schnittgut.
- Schnittgut einschichten: Das Schnittgut wird nacheinander in den Zwischenraum geschichtet, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Dicke und dünne Äste dürfen gemischt werden, Hohlräume dürfen entstehen.
- Enden abschneiden: Am Ende werden die Äste, die an den beiden Enden der Hecke überstehen, abgeschnitten (Naturschutzbund).
- Stehen lassen: Die Hecke bleibt jetzt in Ruhe und wird über die Jahre nachgefüllt.
Welche Tiere profitieren?
Die Quellen nennen eine ganze Reihe von Nutzern. BirdLife schreibt, dass Haus- und Feldsperlinge Totholzhaufen und -hecken ganzjährig als Versteck nutzen und dass sich im Winter eventuell sogar Zaunkönige entdecken lassen. Auch Glühwürmchen-Weibchen wählen laut BirdLife Totholzhecken oft für die Eiablage aus.
„Natur im Garten“ nennt in einem Beitrag vom 15.02.2022 als Nutznießer einer Benjeshecke Igel, Zaunkönig, Erdkröte, Blindschleiche und zahlreiche andere Nützlinge, denen sie Unterschlupf und Nahrung bietet („Natur im Garten“, Obstbaumschnitt: Schnittgut sinnvoll nutzen). In einem weiteren Beitrag führt die Initiative die Benjeshecke bei der Erdkröte als sicheren Rückzugsort mit feuchten Plätzen bei sommerlicher Hitze an, bei Ohrwurm und Blindschleiche ebenfalls als geeigneten Lebensraum („Natur im Garten“ Blog, „Tierischer Adventkalender“).
Wer es gezielt auf den Igel abgesehen hat, findet in der Anleitung Igel-Unterschlupf aus Laub und Reisig anlegen einen Haufen, der als Winterquartier gedacht ist. „Natur im Garten“ weist darauf hin, dass der Igel in seinem Winterquartier, einem Reisig- oder Laubhaufen, nicht gestört werden sollte.
Pflege: nachfüllen, begrünen, nicht abtragen
Eine Benjeshecke braucht wenig Arbeit, aber sie ist keine einmalige Sache. „Natur im Garten“ beschreibt, dass sie fortlaufend über die Jahre mit Schnittgut befüllt werden kann. Wer sie auch optisch aufwerten will, kann sie laut „Natur im Garten“ jährlich mit einjährigen, rankenden Blühern neu in Szene setzen. Für einen Ast-Reisig-Laubhaufen nennt die Initiative blühende Kletterpflanzen wie Clematis, damit er im Sommer hübsch aussieht („Natur im Garten“, Winterzeit).
Ein Grundsatz für die Pflege: Bauen Sie nur, was Sie auch stehen lassen wollen. Der Naturschutzbund warnt, dass in Laub-, Reisig- oder Asthaufen, die später entfernt, umgesetzt oder verbrannt werden sollen, schon nach kurzer Zeit Tiere wie Igel, Amphibien oder Insekten Unterschlupf suchen und bei der Entfernung in lebensbedrohliche Fallen geraten (Naturschutzbund Österreich, „Naturgarteln im Herbst“, 21.09.2026). Planen Sie die Hecke deshalb als dauerhaftes Element ein.
Weiterlesen
Wer lieber lebende Sträucher setzen möchte, findet die Schritte im Ratgeber Hecke pflanzen. Wenn Sie im Winter Vögel unterstützen wollen, hilft Vögel im Winter füttern. Weitere Ideen für den Garten sammeln wir in der Rubrik Gartengestaltung.
Auf einen Blick
- Benjeshecke und Totholzhecke sind dasselbe: Schnittgut, lose zwischen eingeschlagene Pfosten geschichtet.
- Zeitpunkt laut Naturschutzbund: Herbst oder zeitiges Frühjahr.
- Standort möglichst sonnig (BirdLife empfiehlt das für Totholz); Bahnen laut Naturschutzbund quer zur Hauptwindrichtung, wenn die Hecke als Windstopper dienen soll.
- Zwei Pfostenbahnen, laut Naturschutzbund mindestens 50 Zentimeter auseinander.
- Dickere Äste sind laut BirdLife besser für die Artenvielfalt; Hohlräume dürfen laut Naturschutzbund entstehen.
- Über die Jahre nachfüllen; nicht abtragen, wenn Tiere eingezogen sind.
- Vor dem Bau bei der Gemeinde nach Abständen und Auflagen fragen.
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