Rosen winterfest machen: Anhäufeln, Hochstämme einpacken, Schnitt im Frühjahr

Rosenbeet im Spätherbst mit Tannenreisig abgedeckt, daneben eine Hochstammrose mit Jutesack über der Krone vor einer hellen Hauswand

· Pflanzen & Blumen

Rosen gelten als empfindlich, dabei kommt es weniger auf die Kälte an als auf eine einzige Stelle: die Veredelungsstelle. Wer sie schützt, hat im Frühjahr meist wieder einen gesunden Strauch. Diese Anleitung zeigt, welche Rosen was brauchen, vom Beet bis zum Hochstamm und zur Rose im Topf.

Welche Rosen brauchen Winterschutz?

Das hängt von der Art ab. Laut dem Newsletter „Winterschutz für Rosen“ von „Natur im Garten“ (14.12.2021) gelten heimische Wildrosen als winterhart. Viele Gartenrosen enthalten dagegen eingekreuzte China-Teerosen und vertragen Kälte schlechter. Die Veredelungsstelle ist dort die anfälligste Stelle: Sie friert am ehesten auf.

In einer Pressemeldung von „Natur im Garten“ (18.10.2018) heißt es, eingewachsene Wild- und Kletterrosen bräuchten keinen speziellen Winterschutz mehr. Edelrosen sollten dagegen jedes Jahr im Spätherbst angehäufelt werden.

Beet- und Strauchrosen: anhäufeln

Das Anhäufeln ist der wichtigste Handgriff. „Natur im Garten“ rät, im Herbst die Basis des Rosenstocks etwa 20 Zentimeter hoch mit Erde anzuhäufeln. Das dämmt die Veredelungsstelle und schützt die untersten Knospen, sodass die Rose auch nach Frostschäden weiter oben wieder austreiben kann. Nach dem Pflanzen nennt die Pressemeldung etwa 15 Zentimeter.

  1. Nicht schneiden: Im Herbst wird nicht geschnitten, denn Schnittwunden schwächen laut „Natur im Garten“ den natürlichen Schutz der Pflanze.
  2. Anhäufeln: Erde etwa 20 Zentimeter hoch an die Basis des Rosenstocks häufeln.
  3. Abdecken: Alternativ oder zusätzlich lässt sich der Boden mit Reisig abdecken. In rauen Gegenden werden frisch gepflanzte Rosen laut Pressemeldung zusätzlich mit Laub und Reisig bedeckt.

Wozu das Reisig dient, erklärt der Biogärtner Karl Ploberger im ORF Salzburg (15.11.2018): das Reisig sei „nicht Frostschutz, sondern Sonnenschutz“. Es soll verhindern, dass die Sonne die Triebe zu früh weckt und sie dann in kalten Nächten abfrieren. Rosenschutzhauben reichen laut Ploberger nur in milden Gegenden aus. Frisch gepflanzte Rosen überwintern ihm zufolge am liebsten unter einer dicken Erdabdeckung.

Wie Sie Anhäufeln und die übrigen Arbeiten des Monats einordnen, steht in unserem Gartenkalender für November.

Kletterrosen: Triebe sichern

Eingewachsene Kletterrosen brauchen laut „Natur im Garten“ keinen speziellen Winterschutz mehr. Bei jungen, frisch gepflanzten Exemplaren gilt wie bei anderen Rosen: anhäufeln und in rauen Lagen mit Laub und Reisig abdecken. Gegen Nassschnee empfiehlt der Newsletter, lange Triebe mit Jutebändern zusammenzubinden, damit sie nicht brechen.

Hochstammrosen einpacken

Bei Hochstammrosen liegt die Veredelungsstelle direkt unter der Krone. Genau dort sitzt das Risiko, deshalb wird sie über den Winter gegen Frost eingepackt. Das Video „Winterschutz für Hochstammrosen“ von „Natur im Garten“ zeigt den Ablauf:

  1. Triebe bündeln: Die Triebe der Krone werden vorsichtig und locker mit einem breiten Band zusammengefasst, ohne Zweige abzuknicken.
  2. Sack überziehen: Darüber kommt ein Jutesack, der mit Stroh oder Holzwolle ausgepolstert ist. Das Band darf nicht zu fest sitzen.
  3. Kein Plastik: Auch anderes luftdurchlässiges Material ist möglich. Kunststoff soll nicht verwendet werden, weil sich darunter Feuchtigkeit staut. Das kann zu Frostschäden, Pilzerkrankungen oder Fäulnis führen.
  4. Stamm schützen: In raueren Gegenden kann zusätzlich der Stamm mit einem Jutesack geschützt werden.
  5. Standort wählen: Am besten steht die eingepackte Rose geschützt vor direkter Sonne, Wind und Regen, etwa an einer Hauswand.

Ploberger nennt für Rosenstämmchen eine andere Möglichkeit: Sie müssten auch bei der Herbstpflanzung nach unten gebogen und die Triebe mit Erde bedeckt werden. Diese Angabe stammt aus einem ORF-Beitrag von 2018 und kommt in den hier genannten Quellen von „Natur im Garten“ nicht vor. Beide Wege gibt es also nebeneinander.

Rosen im Topf

Für Topfrosen gibt es in den österreichischen Quellen, die wir gelesen haben, keine eigene Anleitung. Das Video von „Natur im Garten“ zeigt aber eine Hochstammrose im Topf: Die Pflanze steht zuerst auf einem etwa 5 Zentimeter dicken Holzbrett, denn Kübelpflanzen, die draußen überwintern, sollten laut Video stets bodenseitig vor Frost geschützt werden. Der Topf kommt in einen Jutesack, der mit Stroh oder Holzwolle ausgepolstert und oben mit einem Band zusammengefasst wird.

Dasselbe Prinzip, den Topf vom kalten Boden zu trennen und ringsum zu polstern, lässt sich auf andere Rosen im Gefäß übertragen. Das ist unsere Schlussfolgerung, keine Angabe der Quelle. Weitere Ideen, wie Sie empfindliche Pflanzen im Gefäß durch den Winter bringen, finden Sie in unserer Anleitung zum Überwintern von Kübelpflanzen.

Schnitt: erst im Frühjahr

Geschnitten wird nicht im Herbst. „Natur im Garten“ nennt eine Faustregel: Rosen erst schneiden, wenn die Forsythien zu blühen beginnen. Bei starkem Frost können Rosen weit ins gesunde Holz zurückfrieren. Auch Ploberger sagt, der richtige Schnitt auf ein Außenauge erfolge erst im Frühjahr.

Im Frühjahr: Schutz vorsichtig entfernen

Ploberger nennt für das Entfernen der Erde den März. Der Newsletter von „Natur im Garten“ rät, den Schutzmantel der Hochstammrosen erst zu entfernen, wenn keine stärkeren Fröste mehr drohen; laut Pressemeldung wird jede Form von Winterschutz im Frühjahr nach den letzten Frösten behutsam entfernt; bei Hochstammrosen soll die Hülle laut Video rasch abgenommen werden, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist: Starke Sonne erwärmt die Hülle an manchen Frühlingstagen, und die Rose treibt dann zu früh aus.

Gut zu wissen

Auch die Pflanzung gehört zum Winterschutz. Laut „Natur im Garten“ sollten Sie Senken meiden, in denen Kaltluft stehen bleibt, und geschützte Plätze wie Haus- oder Trockensteinmauern bevorzugen. Die Veredelungsstelle liegt idealerweise etwa 5 Zentimeter unter der Erde. Wer im Oktober neue wurzelnackte Rosen pflanzen möchte, findet die Details im Gartenkalender für Oktober. Eine Übersicht weiterer Pflanzentipps haben wir in der Rubrik Pflanzen & Blumen gesammelt. Und für Farbe mitten im Winter sorgt eine Pflanze, die Kälte mag: die Christrose.

Die Angaben stammen aus österreichischen Quellen. Wie kalt es bei Ihnen wird, hängt von Region und Seehöhe ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Veredelungsstelle ist die empfindlichste Stelle der Rose.
  • Beet- und Edelrosen im Herbst etwa 20 Zentimeter hoch anhäufeln.
  • Reisig schützt vor allem vor der Wintersonne, nicht vor Frost.
  • Hochstammrosen in luftdurchlässiges Material einpacken, nie in Plastik.
  • Topfrosen vom Boden trennen und ringsum polstern.
  • Im Herbst nicht schneiden; Schnitt zur Forsythienblüte.
  • Schutz im Frühjahr erst entfernen, wenn kein starker Frost mehr droht.

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